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Creality Sermoon P1 im Test: Präzises 3D-Scanning ganz ohne PC
von Benjamin Mamerow
13. Sep. 2026 |
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Vor gut anderthalb Jahren durfte ich mir den 3D-Scanner Miraco Plus von Revopoint ausführlich anschauen und testen (zum Test). Ich musste dabei lernen, dass der Vorgang dieses „3D-Scannens“ keiner ist, wie man es sich als Anwender am liebsten wünscht: Objekt hinstellen - kurz drumherum scannen - an den Rechner übertragen - fertig, sondern dass man schon ausreichend Arbeit und vor allem Zeit investieren muss, um ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen.
Mit dem Sermoon P1 von Creality soll vieles noch viel einfacher geworden sein, vor allem aber arbeitet das Gerät mit bis zu 22 Kreuzlinien-Lasern und bietet weitere Modi an, mit denen das Objekt sehr viel besser in Tiefe und Details gescannt werden KANN - eines vorweg: An der nötigen Vorarbeit und Zeit ändert sich auch hier nix.
Die meisten klassischen Handheld-Scanner scheitern in der Praxis nicht zwingend an der reinen Genauigkeit der optischen Sensoren, sondern vielmehr an dem unfassbar nervigen Drumherum. Kabelsalat am Schreibtisch, unstabile Software, empfindliche Oberflächen und die ständige Notwendigkeit, immer ein leistungsstarkes Notebook in der direkten Nähe haben zu müssen. Manchmal möchte man eben an die Werkbank, ins Auto oder einfach in die Garage, um dort etwas einzuscannen, das sich nicht so leicht auf den heimischen Schreibtisch wuchten lässt.
Der Sermoon P1 verspricht genau hier als echte Standalone-Lösung Abhilfe. Er bringt das Display, den Akku, den Speicher und ordentlich Rechenpower direkt im Gerät mit. Ob das in der Realität so reibungslos funktioniert, wie es sich auf dem Papier liest, und für wen sich die doch recht üppige Investition wirklich lohnt, das wollte ich mir dann auch mal anschauen.
Der Sermoon P1 wird in einem äußerst robusten und mit Textil überzogenen Transportkoffer geliefert. Das Ganze erinnert eher an eine Werkzeugtasche für teures Equipment als an ein typisches Consumer-Gadget. Im Inneren ist der Koffer mit passgenauem Schaumstoff ausgekleidet, sodass beim Transport nichts wackelt.
Mit seinen knapp 830 Gramm ist der Scanner kein Leichtgewicht, liegt dank griffiger Gummierungen aber sicher in der Hand. Auf der Rückseite: Ein 6 Zoll großes LCD-Touchdisplay, das hell und reaktionsschnell arbeitet. Unter der Haube schlummern zudem 24 GB Arbeitsspeicher, 256 GB interner Speicherplatz und Wi-Fi 7, was komplett unabhängig von einem externen PC macht.
Vor dem Scannen wird eingerichtet. Creality setzt hier auf eine massive Kalibrierungsplatte aus Glas, die man penibel genau vor dem Scanner ausrichten muss. Der Ablauf selbst ist gut geführt: Das Gerät zeigt an, ob die Platte im richtigen Winkel und Abstand gehalten wird, und gibt am Ende eine Bewertung der Kalibrierungsqualität aus. Wer hier schludert, bekommt das später in Form von Versätzen im Mesh zu spüren.
Der Prozess wird über das Display angeleitet, erfordert aber eine ruhige Hand und hat mich beim ersten Mal knapp ne Viertelstunde gekostet. Für ein Gerät dieser Klasse (mit Genauigkeiten „bis zu“ 0,02 Millimetern) ist das jedoch eher branchenüblich und eben alles andere als unwichtig. Da das Gerät mobil eingesetzt und Temperaturschwankungen ausgesetzt wird, ist eine saubere Kalibrierung das Wichtigste für brauchbare Daten.
Zwei wechselbare 3.300-mAh-Akkus liegen dem Gerät bei, sodass man beim Leerlaufen des einen einfach den zweiten einlegt, statt eine Ladepause einlegen zu müssen. Die Ladezeit von rund 50 Minuten bis 80 Prozent Kapazität via 65-Watt-Schnellladung ist ein echter Pluspunkt, gerade wenn man den Scanner tagsüber auf unterwegs oder vielleicht bei einem Kunden vor Ort einsetzt, ohne Zugriff auf eine Steckdose zu haben.