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Verlangsamung der KI-Entwicklung: Trump greift Anthropic-Chef an
Der US-Präsident weist Forderungen nach einer KI-Pause schroff zurück. Das nutze nur China. Die Debatte überlagert den geplanten Trump-Xi-Gipfel Ende September.
US-Präsident Donald Trump hat Anthropic-Chef Dario Amodei wegen dessen Forderung nach einer Verlangsamung der KI-Entwicklung angegriffen und dieses Ansinnen zurückgewiesen. „Die einzige Kontrolle oder die einzigen ,Leitplanken', die KI braucht, ist ein STARKER UND KLUGER (hoher IQ!) PRÄSIDENT, und das haben die USA im Übermaß!“, schrieb Trump am Montag in einem Beitrag in den sozialen Medien. Es gebe „eine WIDERWÄRTIGE Verschwörung gegen KI und Rechenzentren“. Der Einzige, der sich darüber freue, sei China. „WER DIE KI GEWINNT, GEWINNT!“ so Trump weiter. „Wir liegen vor China und allen anderen und werden dies auch weiterhin tun. Verschwörungstheoretiker, Landesverräter, Verräter und Informanten, NEHMT EUCH IN ACHT!“
Am Wochenende hatte Trump noch die Notwendigkeit gewisser Regulierungen eingeräumt, auch wenn der US-Präsident Warnungen vor Sicherheitsrisiken bei der KI-Entwicklung stets abgetan und betont hatte, dass es wichtig sei, die Technologie voranzutreiben, um gegenüber China einen Vorsprung zu behalten. Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett nannte KI-Sicherheit am Wochenende ein „lösbares Problem“, bewertete Amodeis Vorschläge aber durchaus positiv. Sie seien „ein guter Schritt vorwärts“, sagte er beim Sender Fox News.
Nach mehreren aufsehenerregenden Cybersicherheitsvorfällen mit KI-Systemen hat Anthropic-Chef Dario Amodei gewarnt, dass KI-Agenten bereits innerhalb von sechs bis zwölf Monaten in der Lage sein könnten, große Teile der Internet-Infrastruktur anzugreifen und Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe zu verursachen. Er schlug eine koordinierte Pause vor, die der Branche ein bis zwei Jahre Zeit verschaffen soll, um Sicherheitsrisiken besser zu verstehen und einzudämmen. Zwar schloss sich Amodei einer früheren Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent an, wonach ein chinesischer Vorsprung bei der KI eine Bedrohung für die USA darstellen würde, plädierte aber zugleich für eine künftige Zusammenarbeit mit Peking bei der Steuerung des Entwicklungstempos. Für seine Forderung nach einer Entwicklungspause bekam er Zuspruch von Rivalen wie OpenAI-Chef Sam Altman und Tech-Milliardär Elon Musk, der mit seinem KI-Unternehmen xAI und dem Chatbot Grok zu den Konkurrenten zählt.
Damit gerät eine Branche, auf die Trump als Motor des US-Wirtschaftswachstums gesetzt hat, in direkten Konflikt mit dem US-Präsidenten, schreibt die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Eine Vereinbarung der Vorgängerregierung Joe Biden mit der Tech-Branche zur KI-Sicherheit kündigte Trump am ersten Amtstag seiner zweiten Amtszeit auf. Seitdem verfolgt seine Administration bei der KI-Regulierung einen Schlingerkurs, verzichtet dabei aber weitgehend auf staatliche Eingriffe.
Trump und sein Team sind in den vergangenen Monaten wiederholt mit Anthropic und Amodei aneinandergeraten. Anfang März stuft das Pentagon den Claude-Entwickler wegen Einschränkungen bei der KI-Nutzung für Überwachung und Waffen als Sicherheitsrisiko ein. Im Juni zwang eine Exportdirektive der US-Regierung Anthropic, seine KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 abzuschalten. Laut einer anonymen Quelle soll China Zugriff auf Mythos gehabt haben.
Überhaupt ist China bei der gesamten Debatte um KI-Sicherheit immer als Elefant im Raum. Die chinesische Regierung wies ihrerseits die Forderungen von Amodei & Co., die KI-Entwicklung zu verlangsamen und strengere Auflagen für chinesische KI-Entwickler zu verhängen, als „Angstmacherei“ zurück.„Panikmache, Konfrontation und erbitterter Wettbewerb werden den Prozess der globalen KI-Regulierung nur stören und niemandem nützen“, sagte Guo Jiakun, Sprecher des Außenministeriums, am Montag bei einer Pressekonferenz in Peking.
Die Debatte über KI-Sicherheit überschattet auch das für den 24. September geplante Treffen zwischen US-Präsident Trumps und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping