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Mexiko: Behörden zerschlagen illegale Krypto-Mining-Farm
Bei einer Operation in Zentralmexiko beschlagnahmen die Behörden technisches Equipment. Mögliche Verbindungen zum organisierten Verbrechen werden untersucht.
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Unweit von Tlaola, einer indigenen Gemeinde in der zentralmexikanischen Bergregion der Sierra Norte im Bundesstaat Puebla, rund 230 Kilometer von der gleichnamigen Hauptstadt des Bundesstaates entfernt, haben die mexikanischen Behörden in der vergangenen Woche eine illegale Krypto-Mining-Farm zerschlagen. Bei der Operation wurden nach Berichten lokaler Medien rund 300 Hochleistungsrechner, etwa 80 Mittelspannungsanschlüsse und acht Satellitenantennen beschlagnahmt. Das Equipment war darauf ausgelegt, Kryptowährungen wie Bitcoin zu „schürfen“. Festnahmen wurden zunächst keine gemeldet.
Das sogenannte Krypto-Mining – das Lösen hochkomplexer Rechenaufgaben und Validieren von Transaktionen in einer Blockchain im Austausch gegen Prämien in Form von Kryptowährungen – stellt eine zunehmende Herausforderung im Kampf gegen Mexikos Kartelle dar. Diese setzen Experten zufolge immer häufiger auf Krypto-Transaktionen.
Die Anlage in Tlaola war im internationalen Maßstab zwar relativ klein; seit Anfang letzten Jahres haben die lokalen Behörden aber bereits mehrere ähnliche Installationen in dem Bundesstaat aufgedeckt. Die kriminellen Gruppen nutzrn oft ländliche und abgelegene Gemeinden, um die von den Anlagen erzeugten Geräusche zu verbergen und illegale Anschlüsse an das Stromnetz zu ermöglichen. Die Farm in Tlaola lag in den Bergen, neben einer wenig befahrenen Schotterstraße.
„An diesen Standorten gibt es entweder sehr günstigen Strom oder sie befinden sich in Gebieten unter dem Einfluss des organisierten Verbrechens. Dadurch können sie Strom stehlen und eine große Infrastruktur zum Mining von Kryptowährungen aufbauen“, erläuterte Caio Motta, Lateinamerika-Experte des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Die mexikanischen Behörden gaben an, sie untersuchten, ob die Krypto-Farm Strom von einem nahegelegenen Wasserkraftwerk abgezweigt hat. Drei weitere ähnliche Anlagen wurden letztes Jahr in der Nähe eines Staudamms im Norden von Puebla entdeckt. Strom ist angesichts der steigenden Energiepreise der größte Kostenfaktor beim Krypto-Mining. Der Bitcoin-Stromverbrauchsindex der Universität Cambridge schätzt laut Reuters die Kosten für das Schürfen eines Bitcoins auf fast 45.000 US-Dollar. Bei einem aktuellen Kurs mehr als 78.500 US-Dollar bleibt immer noch ein beachtlicher Gewinn übrig.
Der Erwerb und das Mining von Kryptowährungen sind in Mexiko nicht verboten; das versteckte Anzapfen des Stromnetzes und der Einsatz von Kryptogeldern zur Verschleierung illegaler Finanztransaktionen allerdings schon. Laut Motta gehörten lateinamerikanische Kartelle zu denjenigen, die Kryptotransfers und Mining-Operationen zunehmend zur Geldwäsche einsetzen. Das mexikanische Sicherheitsministerium und die Bundesstaatsanwaltschaft prüfen demnach, ob dies bei den durch die Farm in Tlaola generierten virtuellen Vermögenswerte der Fall ist.
„Die Drogenkartelle scheinen ein neues Niveau an Raffinesse erreicht zu haben“, so David Saucedo, ein in Mexiko ansässiger Sicherheitsanalyst gegenüber Reuters. Der Aufbau einer solchen Anlage setze technisches Fachwissen und die Unterstützung einer finanzstarken Gruppe voraus, wie beispielsweise eines der mächtigen Kartelle Mexikos, sagte er. Die Bundesstaatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme unter Verweis auf laufende Ermittlungen ab.
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