// COMPUTERBASE — HARDWARE & GADGET
2-nm-Chip: MediaTek Dimensity 9600 Pro führt neue Arm-Kerne ein
MediaTek ist der erste Chip-Anbieter, der Gebrauch vom Arm CSS for Mobile 2 für den neuen Dimensity 9600 Pro aus 2-nm-Fertigung macht. Damit gehen eine neue CPU mit C2-Kernen und eine GPU mit Neural-Beschleunigern einher, aber auch eine neue NPU aus eigener Entwicklung sowie Upgrades für den Bildprozessor und die Konnektivität.
Die erste vollständige Implementierung des Arm CSS for Mobile 2 geht damit an MediaTek. Im Xring O3 des Xiaomi 18 Fold steckt hingegen nur die neue Arm-GPU. Auf Basis des vorkonfigurierten, bereits validierten IP-Baukastens von Arm ist der Dimensity 9600 Pro als Nachfolger des letztjährigen Dimensity 9500 entstanden. Der Dimensity 9600 Pro ist für High-End-Smartphones und -Tablets vorgesehen und tritt im Android-Ökosystem gegen die stärksten Chips der Wettbewerber Qualcomm und Samsung an.
MediaTek lässt den Dimensity 9600 Pro in der neuesten 2-nm-Fertigung von TSMC fertigen: N2. Auf diese Fertigungsstufe setzt auch Apple beim M6 und A20 Pro. Qualcomm dürfte zum nächste Woche beginnenden Snapdragon Summit einen weiteren 2-nm-Chip aus der modernsten Fertigung von TSMC ankündigen.
Die wichtigsten Eckdaten und Verbesserungen des Dimensity 9600 Pro im Vergleich zum Dimensity 9500 sind MediaTek zufolge:
Zurückzuführen sind diese Verbesserungen zum einen auf den Wechsel zur 2-nm-Fertigung von TSMC und zum anderen auf den Wechsel zu neuen Mikroarchitekturen von Arm, die unter anderem CPU und GPU sowie System Interconnect und mehr betreffen.
Der Dimensity 9600 Pro setzt erneut auf eine „All Big Core CPU“, wie MediaTek das Design ohne echte E-Cores wie den C2-Nano beschreibt. Gemeint sind damit insgesamt acht CPU-Kerne, die sich unterteilen in zwei C2-Ultra (4,55 GHz) mit jeweils 2 MB L2-Cache, sowie sechs C2-Pro, von denen drei (4,35 GHz) auf 1 MB L2-Cache und drei (3,1 GHz) auf 512 KB L2-Cache setzen. Hinzu kommen 16 MB L3-Cache für das gesamte CPU-Cluster und 10 MB SLC (System Level Cache) als Teil des System Interconnect (SI L2). Das macht (mit Ausnahme des L1) insgesamt 34,5 MB Cache – der Dimensity 9500 kommt mit 33 MB auf vergleichbar viel.
Nach der Einführung von SME2-Einheiten für schnelleres und effizienteres Inferencing direkt auf der CPU mit der letztjährigen Arm Lumex CSS Platform sieht die Referenzplattform des Arm CSS for Mobile 2 eigentlich eine Verdoppelung auf zwei SME2-Einheiten im CPU-Cluster vor. Wie MediaTek auf Nachfrage von ComputerBase erklärte, bleibt das Unternehmen aber bei nur einer SME2-Einheit. Eine Referenzplattform ist genau das und keine Vorgabe, Arm gibt den Partnern weiterhin Flexibilität.
Über den System Interconnect dockt unter anderem der DRAM an, der beim Arm CSS for Mobile 2 von LPDDR5X auf bis zu LPDDR6-10667 wechselt, wobei MediaTek für den neuen Standard mit einem theoretischen Plus der Speicherbandbreite von 33 Prozent gegenüber LPDDR5X-10667 des Dimensity 9500 wirbt.
Support liegt auch für neuen NAND vor. UFS 5.0 soll gegenüber UFS 4.0 die Transferraten beim Lesen und Schreiben verdoppeln.
Auf neue IP von Arm setzt MediaTek auch bei der GPU: Analog zur CPU entspringt die Mali G2-Ultra NX dem CSS for Mobile 2. Auch hier weicht MediaTek von der Referenzplattform ab, indem zwar 14 GPU-Kerne mit 14 Ray Tracing Units, aber nur sechs anstelle der bei Arm selbst acht Neural-Beschleuniger (NX) verbaut sind. Wie bei den SME2-Einheiten der CPU spart das Fläche auf dem Die und schafft Platz in anderen Bereichen.