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Russland gegen die Ukraine: "Übergang zu einem Vernichtungskrieg"
Russlands Strategie hat sich von einem Abnutzungs- zu einem Vernichtungskrieg in der Ukraine gewandelt, sagt Politologe Heinemann-Grüder. Sollte der Westen die Unterstützung der Ukraine weiter drosseln, hätte das gefährliche Konsequenzen für Europa.
NDR Info: Kanzler Friedrich Merz hat auf dem EU-Arktis-Gipfel in Finnland gestern eine weitere Unterstützung der Ukraine angemahnt. Sagt er das, weil in Deutschland die Unterstützung zunehmend kritisch gesehen wird?
Andreas Heinemann-Grüder: Ja, natürlich versucht er, gegen die Stimmungen, die es bei der AfD, dem BSW, aber auch Teilen der CDU und selbst in der SPD gibt, die Unterstützung aufrechtzuerhalten. Wir müssen aber sehen, dass die Wahlen in acht europäischen Staaten im nächsten Jahr Rückwirkungen haben werden. Denn wir sehen ja schon, dass die AfD, das BSW sozusagen die politische Tagesordnung mitbestimmen.
Man muss sich die Frage stellen: Was wären die Folgen, wenn man diesen Forderungen nachgibt? Es wäre so, dass Russland dann noch mehr Gebiete erobern kann, das nur zu einer Erhöhung der Flüchtlingsströme führen würde, und dass wir erneut in diese Abhängigkeit und Erpressbarkeit kommen.
Letztlich ist die Ukraine ja Vorne-Verteidigung der Europäer. Das heißt, wenn die Ukraine fällt, dann wird die Gefahr für Moldau, für Polen, das Baltikum noch viel größer.
NDR Info: Merz hat auch gesagt: Höchstwahrscheinlich liegen die entscheidenden Momente vielleicht Wochen oder Monate vor uns, in denen es darum geht, die Freiheit und den Frieden unseres Kontinents zu verteidigen. Spitzt sich auch aus Ihrer Sicht zu, welche Perspektive es für die Ukraine geben wird?
Heinemann-Grüder: Ja, der Winter wird für die Ukraine extrem hart, das war er schon im vergangenen Jahr. Und es ist ein Zermürbungskrieg, es ist letztlich der Übergang von einem Abnutzungs- zu einem Vernichtungskrieg - mit dem Ziel, die östliche Ukraine zu entvölkern. Da sind die Russen schon sehr weit vorangekommen.
Die Finanzen der Ukraine sind durch 90 Milliarden Euro gedeckt bis 2027. Aber danach wird es in diesem Umfang wohl keine weitere finanzielle Unterstützung geben. Und deswegen ist die Frage: Wird jetzt der Druck auf Russland erhöht oder gibt man den Forderungen nach? Bisher sieht man, dass US-Präsident Donald Trump den Druck nicht erhöht hat, und er hat keine Ergebnisse vorzuweisen.
Die Gefahr der Trump'schen Politik ist eine Preisgabe der Ukraine. Und das Ziel der Russen ist natürlich, wie sie immer wieder erklären, ein Regimewechsel in der Ukraine.
In Russland sinkt die Zustimmung für Präsident Putin. Selbst aus den eigenen Reihen kommt Kritik.
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