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Pistorius in Washington: Lob und engere Verteidigungskooperation
Trotz heftiger Kritik in der Vergangenheit sparten Verteidigungsminister Pistorius und sein US-Amtskollege Hegseth bei ihrem Treffen in Washington nicht mit Lob füreinander. Bei Rüstungsprojekten wollen sie enger zusammenarbeiten.
Wer Verteidigungsminister Boris Pistorius nach dem Treffen mit seinem Amtskollegen Pete Hegseth zuhörte, konnte fast den Eindruck gewinnen, die beiden Minister seien beste Freunde geworden: "Das war ein sehr, sehr freundliches, ein sehr von Anerkennung und dem Willen für gute Zusammenarbeit geprägtes Gespräch", betonte Pistorius.
Gab es da nicht zuletzt in vielen Punkten Meinungsverschiedenheiten zwischen Washington und Berlin? Was den Iran-Krieg betrifft, Waffenlieferungen für die Ukraine, vor allem den notwendigen Druck auf Russland? Pistorius betonte mit Blick auf Moskau: "We are on the same page" - also man habe die gleiche Perspektive. "Auch Pete Hegseth sieht die Bedrohung, die von Russland ausgeht", so der SPD-Politiker.
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Und die Rolle Deutschlands? Genügen den USA die aktuellen Rüstungsausgaben, der Grad der Verantwortung in der NATO? Auch hier herrsche Übereinstimmung, so Pistorius: "Ich habe kein kritisches Wort zu Deutschland gehört, überhaupt keins. Im Gegenteil: viel Anerkennung in den verschiedenen Bereichen und auch Dankbarkeit für die Rolle, die wir in Europa übernehmen."
Tatsächlich hatte Hegseth zu Beginn des Treffens im Pentagon nicht mit Lob gespart. "Deutschland hat eine Führungsrolle übernommen." Man sehe große Fortschritte, die man vor der Rückkehr von US-Präsident Donald Trump ins Amt nicht für möglich gehalten hätte.
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Konkretes Ergebnis des Treffens im Pentagon war eine Absichtserklärung für mehr deutsch-amerikanische Zusammenarbeit bei Rüstungsprojekten. Dies geschehe "zum beiderseitigen Vorteil", wie Pistorius betonte. Deutschland habe freie Kapazitäten, qualifizierte Fachkräfte und entsprechendes Know-how.
"Klar ist, dass beide den Bedarf sehen, die Kapazitäten zu erhöhen, wechselseitig sich dabei zu unterstützen, wo jeweils die Stärken liegen." Der Minister schränkte allerdings ein: "Was daraus dann konkret in den jeweiligen Verträgen oder Absprachen wird, das bleibt jetzt abzuwarten. Die Arbeit beginnt jetzt in diesen Fragen."
Pistorius erinnerte an schon bestehende gemeinsame Projekte: Im nordrhein-westfälischen Weeze werden Teile für den Kampfjet F-35 gebaut. Im bayerischen Schrobenhausen soll künftig Munition für das "Patriot"-Flugabwehrsystem produziert werden. Und die deutsche Seite hofft, dass es auch beim "Tomahawk"-Marschflugkörper zu einer Kooperation kommt. Verabredet ist grundsätzlich, dass Deutschland möglichst bald "Tomahawks" aus den USA kauft, der genaue Zeitplan ist aber noch unklar.