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Neue Art eines 240 Millionen Jahre alten Dicynodonten in Tansania entdeckt
Zeitreise mit Überraschung: Ein bislang unbekannter Dicynodont aus Tansania verbindet die berühmten Manda-Schichten mit gleich alten Fossillagen in Südamerika. Neue Altersdaten aus Südamerika sprechen deshalb dafür, dass Tansanias älteste mögliche Dinosaurier nicht älter sind als ihre südamerikanischen Gegenstücke. Der Fund verschiebt damit einen wichtigen Bezugspunkt für die Frühgeschichte der Dinosaurier.
Bristol (England). Die Manda-Schichten im Süden Tansanias zählen zu den Schlüsselarchiven der frühen Dinosauriergeschichte. Aus ihnen stammen Nyasasaurus und Asilisaurus, Fossilien, die als sehr frühe Dinosaurierkandidaten oder nahe Verwandte diskutiert werden. Doch das genaue Alter dieser Schichten ist seit Langem umstritten. Ein neu beschriebener Pflanzenfresser liefert nun einen neuen Anhaltspunkt.
Ein internationales Team mit Erstautor Hady George von der University of Bristol hat Fossilien untersucht, die teilweise seit einer britischen Expedition im Jahr 1963 im Natural History Museum in London lagern. Die Forscher kombinierten ein bislang unbeschriebenes zusammengehöriges Skelett mit einem später entdeckten fragmentarischen Schädel. Die anatomischen Merkmale ordnen beide Funde der Gattung Dinodontosaurus zu, die zuvor nur aus Südamerika bekannt war.
Weitere Vergleiche zeigten, dass das Material aus Tansania eine neue Art repräsentiert. Sie trägt den Namen Dinodontosaurus isiyavamanda. Der Artname verweist auf das Land der Wamanda, die in der Fundregion leben. Der Fund ist rund 240 Millionen Jahre alt und stammt aus der Trias.
„Ich habe dieses Dicynodonten-Skelett bereits 1994 für meine Masterarbeit am University College London untersucht und es damals als neue Art für die Wissenschaft eingeschätzt, aber es dauerte fast 30 Jahre, bis ich den Prozess einer Veröffentlichung in Gang brachte. Ich bin froh, dass ich gewartet habe, denn das internationale Team, das wir zusammengestellt haben und das von Hady George angeführt wurde, hat diese Geschichte mit viel mehr Details und Tiefe ausgearbeitet, als ich es allein hätte schaffen können. Auch die Techniken haben sich in den vergangenen 30 Jahren enorm verbessert. Mit Mikro-CT-Scans können wir solche Exemplare heute viel genauer untersuchen, als wir es uns in den 1990er-Jahren hätten vorstellen können, und internationale Zusammenarbeit ist viel einfacher geworden. Und was sind schon 30 Jahre? Verglichen mit dem Alter dieses prähistorischen Exemplars ist das nur ein Wimpernschlag“, erklärt Nigel Larkin, Gastwissenschaftler an der University of Reading.
Entscheidend ist, wo Dinodontosaurus sonst vorkommt. Dass die Gattung nun sowohl aus Tansania als auch aus Südamerika bekannt ist, verbindet die dortigen fossilführenden Gesteinsfolgen biostratigraphisch miteinander. Die Autoren werten dies als Hinweis darauf, dass die betreffenden Schichten ungefähr gleich alt sind. Damit erhält die Alterszuordnung der Manda-Schichten einen neuen Vergleichspunkt.
Neuere radiometrische Datierungen aus Südamerika deuten darauf hin, dass die dortigen frühen dinosaurierführenden Gesteinsfolgen bis zu zehn Millionen Jahre jünger sein können als entsprechende Gesteine Südafrikas. Die neue Fossilverknüpfung spricht deshalb gegen die ältere Annahme, die Manda-Schichten bewahrten die weltweit ältesten möglichen Dinosaurier. Die tansanischen Kandidaten dürften demnach nicht älter sein als ihre südamerikanischen Gegenstücke.
„Unsere Entdeckung ist der erste bestätigte Nachweis der Gattung Dinodontosaurus außerhalb Südamerikas. Der Fund verknüpft die fossilführenden Gesteine Tansanias und Südamerikas und zeigt, dass sie gleich alt sind. Das bestätigt zusätzlich, dass die ältesten Dinosaurierkandidaten aus Tansania wahrscheinlich nicht älter sind als jene aus Südamerika, und präzisiert damit die Zeitleiste der Dinosaurierursprünge. Kommende Forschungsprojekte werden das verbliebene Fossilmaterial untersuchen und die Biomechanik und Ökologie triassischer Dicynodonten erforschen“, erklärt Hady George