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The Last of Us-Director findet moderne AAA-Spiele „langweilig“ – selbst God of War Laufey reizt ihn nicht
Bruce Straley bewundert den Aufwand hinter modernen AAA-Spielen, vermisst aber frische Ideen.
Bruce Straley hat selbst einige der größten Blockbuster seiner Generation mitentwickelt. Als Game Director arbeitete er unter anderem an The Last of Us und mehreren Uncharted-Spielen. Umso bemerkenswerter fällt sein Urteil über die heutige AAA-Landschaft aus: Straley findet viele der großen Produktionen inzwischen schlicht „langweilig“.
In einem Beitrag des Edge Magazine über den Zustand der Spieleindustrie kritisiert der frühere Naughty-Dog-Entwickler vor allem den fehlenden Mut zu neuen Ideen. Als Beispiel nennt er ausgerechnet God of War Laufey. An der handwerklichen Qualität des Spiels hat Straley dabei wenig auszusetzen. Ganz im Gegenteil.
„Ich schaue mir God of War Laufey an und jeder Pixel ist umwerfend“, sagt Straley. Er wisse aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit und Können in jedem einzelnen Bild stecke, und sei davon noch immer beeindruckt. Nur reicht ihm das offenbar nicht.
„Aber wenn ich mir ansehe, was man in dem Spiel tatsächlich macht? Das begeistert mich nicht“, fährt Straley fort. Seine Kritik richte sich ausdrücklich nicht gegen das Team von God of War. Vielmehr sieht er darin ein grundsätzliches Problem großer Produktionen: Im AAA-Bereich gebe es seiner Ansicht nach kaum noch Möglichkeiten, wirklich neue und innovative Ideen einzubringen.
Das ist insofern interessant, als Santa Monica Studio bei God of War Laufey durchaus Veränderungen verspricht. Faye soll sich deutlich agiler als Kratos bewegen, Kämpfe stärker zwischen Boden und Luft verlagern und Elemente der älteren griechischen God-of-War-Spiele mit dem moderneren Kampfsystem der nordischen Teile verbinden. Für Straley scheint das bislang trotzdem nicht weit genug zu gehen.
Eine gewisse Ironie lässt sich seiner Kritik kaum absprechen. Uncharted und The Last of Us gehörten schließlich zu den Spielen, die das aufwendig inszenierte, stark erzählerische Third-Person-Action-Genre über Jahre mitprägten. Genau jene Art von Blockbuster also, deren mangelnde Risikobereitschaft Straley heute kritisiert.
2017 verließ er Naughty Dog nach 18 Jahren. Zuvor hatte er unter anderem an The Last of Us sowie Uncharted 2 und Uncharted 4 gearbeitet. Die enorm aufwendige Entwicklung solcher Großproduktionen hatte bei Straley Spuren hinterlassen. Nach mehreren ausgesprochen fordernden Projekten nahm er zunächst eine längere Auszeit und entschied sich schließlich, nicht zu Naughty Dog zurückzukehren.
Heute arbeitet Straley mit seinem eigenen Studio Wildflower Interactive in deutlich kleinerem Maßstab. Dessen erstes Spiel Coven of the Chicken Foot wurde bei den Game Awards 2025 angekündigt und unterscheidet sich schon auf den ersten Blick erheblich von seinen früheren Naughty-Dog-Projekten. Einen Veröffentlichungstermin gibt es bislang nicht.