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Russland: Kreml erklärt Regisseur Swjaginzew zum »ausländischen Agenten«
Russland hat eine der wichtigsten kritischen Stimmen des zeitgenössischen Kinos als ausländischen Agenten eingestuft. Der im französischen Exil lebende Regisseur Andrej Swjaginzew reiht sich damit in eine Riege prominenter russischer Stimmen ein, denen in ihrem Heimatland massive rechtliche, finanzielle und bürokratische Repressionen drohen.
Swjaginzews aktueller Film »Minotaur« ist vor wenigen Tagen von Frankreich für den Oscar-Wettbewerb um den besten internationalen Film eingereicht worden. Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes gewann Swjaginzew für den gesellschaftskritischen Thriller die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, den Großen Preis der Jury.
Der Film erzählt von einem russischen Geschäftsmann, der in seiner Firma vor große Herausforderungen gestellt wird und eine Affäre seiner Frau aufdeckt. Swjaginzew verwebt die Geschichte mit der Allgegenwärtigkeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.
In Cannes forderte der Regisseur den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, den »sinnlosen Krieg« und das Blutvergießen in der Ukraine sofort zu beenden.
Der Kreml wies die Forderung scharf zurück und erklärte, Swjaginzew habe »kein Recht«, sich in dieser Form zu äußern oder ein Ende des militärischen Vorgehens zu fordern.
Mit dem vielfach kritisierten Etikett des »ausländischen Agenten« brandmarkt Russlands Justizministerium sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen. Viele kämpfen danach um ihre Existenz, weil beispielsweise Unterstützer, Wirtschaftspartner und Einnahmen wegbrechen. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine haben die Repressionen gegen Oppositionelle und kritische Köpfe in Russland noch mehr zugenommen.