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Vitamin C könnte Überlebenschancen bei Blutkrebs erhöhen
Kann eine einfache Vitamin-C-Gabe den Verlauf früher myeloischer Blutkrankheiten beeinflussen? In einer randomisierten Phase-2-Studie mit 109 Patienten veränderte Vitamin C zwar nicht das Wachstum krankhafter Zellklone. Die Forscher fanden aber Unterschiede bei Entzündungssignalen, schweren unerwünschten Ereignissen und in einer explorativen Analyse auch beim Gesamtüberleben.
Kopenhagen (Dänemark). Bei der klonalen Zytopenie unklarer Signifikanz, kurz CCUS, tragen Blutstammzellen erworbene Mutationen, ohne dass bereits alle Kriterien eines Blutkrebses erfüllt sind. Solche Veränderungen können sich zu myeloischen Neoplasien weiterentwickeln, bei deren frühen Formen oft Möglichkeiten fehlen, den Krankheitsverlauf schon vor einer deutlichen Verschlechterung gezielt zu bremsen.
Ein möglicher Ansatzpunkt ist Vitamin C, weil es sogenannte TET-Enzyme unterstützt, die chemische Markierungen an der DNA verändern und dadurch die Genaktivität mitsteuern. Besonders TET2 ist bei CCUS und myeloischen Krebserkrankungen häufig verändert, weshalb Forscher des Copenhagen University Hospital-Rigshospitalet um Prof. Kirsten Grønbæk in der EVITA-Studie täglich 1.000 Milligramm Vitamin C auf biologische und klinische Effekte geprüft haben.
Die doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Phase-2-Studie umfasste 109 Erwachsene in Dänemark und den U.S.A. 55 Teilnehmer erhielten zwölf Monate lang täglich Vitamin C, 54 ein Placebo. Eingeschlossen waren Menschen mit CCUS oder mit myelodysplastischen und verwandten myeloischen Erkrankungen mit niedrigem Risiko.
Der primäre Endpunkt war die Wachstumsrate der mutierten Zellklone, bei der sich kein belastbarer Unterschied zeigte. Die Differenz der medianen klonalen Wachstumsrate zwischen beiden Gruppen lag bei -0,016 pro Jahr und war statistisch nicht signifikant. Auch bei der Entwicklung zu höhergradigen myeloischen Erkrankungen ergab sich mit fünf Ereignissen unter Vitamin C und neun unter Placebo kein statistisch gesicherter Unterschied.
Zu Beginn hatten 57 Prozent der Teilnehmer zu niedrige oder unzureichende Vitamin-C-Werte im Blut. Die tägliche Einnahme hob die Konzentration im Vitamin-C-Arm rasch in den Sättigungsbereich, während sie in der Placebogruppe weitgehend unverändert blieb. Einen generellen Unterschied bei den untersuchten globalen DNA-Methylierungsmarkern fanden die Forscher dagegen nicht.
Deutlicher waren Unterschiede bei bestimmten Botenstoffen des Immunsystems, denn von 19 untersuchten Zytokinen und Chemokinen veränderten sich sechs zwischen den Gruppen signifikant unterschiedlich. Mehrere entzündungsfördernde Signale wie IL-6, IL-10 und CXCL10 stiegen unter Placebo stärker an oder nahmen unter Vitamin C ab. Nach Einschätzung der Autoren passt dieses Muster eher zu einem günstigeren biologischen Zustand, beweist aber noch keinen klinischen Nutzen.
Auch unerwünschte Ereignisse waren in der Sicherheitsanalyse unter Vitamin C insgesamt seltener. Schwere unerwünschte Ereignisse betrafen 18 von 55 Patienten in der Vitamin-C-Gruppe und 30 von 53 auswertbaren Patienten unter Placebo. Anämie, Lungenentzündung, akute aseptische Arthritis und innere Blutungen traten unter Vitamin C seltener auf, während Magen-Darm-Beschwerden häufiger waren.
„Die EVITA-Studie liefert uns eine starke Begründung dafür, weiter zu untersuchen, ob und wie Vitamin C Menschen mit bestimmten Krebsvorstufen oder frühen Formen von Blutkrebs zugutekommen könnte. Weitere Forschung ist nötig, aber wir sind vorsichtig optimistisch, dass diese Ergebnisse künftige Strategien zur Verhinderung der Leukämieentwicklung mitgestalten könnten“, erklärt Peter A. Jones vom Van Andel Institute (VAI).
Besonders auffällig war eine erst nachträglich als explorativer Endpunkt ausgewertete Überlebensanalyse. Nach einer medianen Nachbeobachtung von 33,6 Monaten waren in der Placebogruppe 24 von 54 Patienten gestorben, in der Vitamin-C-Gruppe 11 von 55. Das entsprach in der unbereinigten Analyse einer Hazard Ratio von 0,35 mit e