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Warner-Übernahme ist durch: Paramount erzielt Vergleiche
Paramount Skydance einigt sich mit zwölf US-Staaten sowie einem Verband von Drehbuchautoren. Damit fallen gerichtliche Hürden weg und Warner Bros. an Paramount.
Dem größten Leveraged Buyout der Finanzgeschichte dürfte nichts mehr im Wege stehen: Paramount Skydance (PSKY) geht einem US-Gerichtsprozess durch Vergleiche aus dem Weg und darf damit Mitbewerber Warner Bros. Discovery (WBD) kaufen. Im Gegenzug verpflichtet sich der neue Konzern dazu, mehr Filme in den USA zu produzieren. Die Aktien beider Unternehmen reagierten mit Kurssprüngen auf die Vergleiche.
Paramount wird 31 US-Dollar für jede Warner-Aktie bezahlen, in Summe cirka 81 Milliarden US-Dollar. Da Warner Schulden und andere Verpflichtungen hat, ist die Übernahme insgesamt rund 111 Milliarden US-Dollar schwer. Die Übernahme soll Ende September abgeschlossen werden. Kritiker befürchten Stellenabbau, weniger Wettbewerb bei Kinofilmen, Streaming und Inhalten für Kabelnetze, sowie ideologische Gleichschaltung bei den Fernsehnachrichten der Sender CBS und CNN.
Die US-Regierung hat die Übernahme genehmigt, die EU-Kommission hat nur eine Auflage gemacht. Doch zwei wettbewerbsrechtliche Klagen vor US-Bundesgerichten versuchten, die Sache dennoch aufzuhalten: Einerseits klagten zwölf von Demokraten regierte US-Staaten unter Führung Kaliforniens gemeinsam, andererseits die Writers Guild of America, ein Verband, der Drehbuchautoren und manche Journalisten vertritt. Die Gerichtssaalphase sollte erst nächstes Jahr stattfinden; doch ab 1. Oktober hätte Paramount pro Tag sieben Millionen US-Dollar Vertragsstrafe an Warner überweisen müssen.
Das ist ein Anreiz für Vergleichsverhandlungen. Und so konnte der kalifornische Justizminister am Montag eine Einigung verkünden: Paramount verpflichtet sich für fünf Jahre zu bestimmten Maßnahmen: Es muss den gebührenfreien Streamingdienst Pluto TV und bestehende US-Produktionsstätten (Lots) weiterbetreiben, gekündigte US-Mitarbeiter bei ihrer Weiterbildung unterstützen, US-Kabelnetzen Basispakete mit TV-Sendern Warners und Paramounts zu gewohnten Bedingungen weiter getrennt anbieten, US-Kinos zu üblichen Bedingungen ältere Filme vermieten, und in jedem der fünf Jahre fünf Millionen US-Dollar für den Einkauf unabhängiger Filmproduktionen ausgeben.
Vier solcher Filme soll der neue Konzern dann auch jedes Jahr in namhaftem Ausmaß in US-Kinosäle bringen. Allerdings gilt ein Werk auch dann als „unabhängig‟, wenn es von einem großen Filmstudio hergestellt wird, solange das Drehbuch neu ist und nicht auf einer wahren Begebenheit oder bereits veröffentlichten Geschichte beruht.
Weitere sechs von dem Unternehmen dort vertriebene Filme sollen große Produktionsbudgets von jeweils mindestens 50 Millionen Dollar aufweisen. Insgesamt soll Paramount jährlich zunächst 30, später 32 Filme, die mindestens 75 Minuten lang sind und frühestens 90 Tage später online gestreamt werden dürfen, an US-Kinos vertreiben und auch entsprechende Werbekampagnen finanzieren.
Mindestens die Hälfte der vertriebenen Streifen soll Paramount selbst produzieren. Und die Eigenproduktion soll vermehrt in die USA geholt werden: Die Inlandsausgaben dafür sollen in jedem der fünf Jahre mindestens 300 Millionen US-Dollar über dem Niveau des Vorjahres liegen. Sollten die USA auf Bundesebene eine Steuererleichterung von mindestens 20 Prozent für US-Filmproduktionen beschließen, müsste der Inlandsanteil weiter steigen; sollten auch Kalifornien oder New York solche Förderungen ausschütten, könnte das neue Paramount gezwungen sein, 40 Prozent seiner Filme in den USA herzustellen. Derzeit seien es nur fünf Prozent, sagt Kaliforniens Justizminister Rob Bonta. Solch eine Verschiebung würde insbesondere die kanadische Filmbranche treffen, die auch als „Hollywood North‟ bekannt ist.
Zudem muss der Konzern ein News Editorial Independence Board aus fünf erfahrenen Journalisten zusammenstellen. Dieses Gremium soll Richtlinien für die Gestaltung von US-Fernsehnachrichten bei CNN und CBS erstell