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AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt: Steht die Kulturpolitik vor einem Kurswechsel?
Der Wahlerfolg der AfD sorgt für Unruhe bei Kulturschaffenden in Sachsen-Anhalt. Sie fürchten Einschnitte für ihre Arbeit und bei Fördermitteln. Andere sehen Kultur gerade jetzt als Ort des Dialogs.
Nachdem die AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft geworden ist, herrscht in der Kulturszene eine Mischung aus Schock und Zweckoptimismus. Mehrere Verbände, Stiftungen und Kulturschaffende warnen vor einem politischen Kurswechsel.
Die AfD hat bereits in ihrem Wahlprogramm angekündigt, auf eine stärker national ausgerichtete Kulturpolitik setzen zu wollen. So fordert sie zum Beispiel, die bisherige Landeskampagne "moderndenken" durch ihre "#deutschdenken"-Kampagne zu ersetzen. Statt kulturelle Identität aus dem Dessauer Bauhaus zu ziehen, sollen Heinrich I., Otto I., Martin Luther, Bismarck und Nietzsche in den Vordergrund rücken.
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17.09.2026
Was könnte eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt konkret bei Verfassungsschutz oder Justiz verändern?
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Manon Bursian, Leiterin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, blickt mit Sorge auf eine mögliche AfD-Regierung: "Sie haben klar erklärt, dass sie die Produktionsbedingungen von Kunst nicht akzeptieren, dass sie die Freiheit der Kunst nicht akzeptieren und dass sie unsere öffentlichen Bühnen beschneiden wollen", sagte sie dem MDR. Die Kulturschaffenden müssten sich nun zusammenschließen und gemeinsam reagieren - immerhin seien sie darin schon geübt.
Auch Maria Gebhardt vom Landeszentrum Freies Theater Sachsen-Anhalt befürchtet Veränderungen. Die Verbindung von Kultur und Schule könne geschwächt werden - besonders Angebote für Kinder und Jugendliche sieht sie bedroht. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, bezeichnete das Wahlergebnis als "wirkliche Zäsur für das ganze Land".
Die AfD sieht im Bauhaus einen "Irrweg der Moderne": ein Kulturkampf, der auch Wahlkampf werden könnte.
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Etwas optimistischere Stimmung herrscht in Bitterfeld-Wolfen. Dort läuft derzeit die dritte Ausgabe des OSTEN Festivals - unter anderem im ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz und einem stillgelegten Jugendclub. Der Leiter des Festivals, Aljoscha Begrich, hofft, dass die politische Lage in Sachsen-Anhalt auch eine Chance für Theater und Kultur sein könne. Mit Blick auf die zunehmend polarisierte Gesellschaft im Land sagt er: "Wir können Räume schaffen, wo Menschen sich begegnen, wo Menschen eine andere Realität erfahren." In diesen Räumen könnten Menschen dem Hass entfliehen und ihren Mitmenschen direkt begegnen.
"Die Ränder werden extrem und in der Mitte bröckelt es", betont der Intendant der Händel-Festspiele in Halle, Florian Amort. Auch er sieht die Kultur als Beitrag, um wieder zusammenzufinden. Doch die langfristige Finanzierung der Händel-Festspiele ist offen. Für den Zeitraum 2028 bis 2032 müssten bald neue Verhandlungen aufgenommen werden - mit wem auch immer.