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Bauzinsen über vier Prozent: Was Käufer jetzt wissen müssen
Der Immobilienkauf wird wieder teurer. Bauzinsen für zehnjährige Darlehen liegen inzwischen über vier Prozent. Was Käufer und Eigentümer jetzt bei Finanzierung und Anschlusskredit beachten sollten.
Der Traum von den eigenen vier Wänden wird kostspieliger. Laut dem Finanzdienstleister Interhyp liegen die Bauzinsen für zehnjährige Darlehen derzeit bei knapp 4,2 Prozent. Branchenkollege Dr. Klein weist aktuell einen effektiven Jahreszins von 4,1 Prozent aus. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der entsprechende Zins bei Dr. Klein noch bei 3,4 Prozent. Binnen zwölf Monaten sind die Bauzinsen damit um rund 0,7 Prozentpunkte gestiegen.
Wer derzeit ein Haus oder eine Wohnung finanzieren möchte, muss das einkalkulieren. "Und so wird ganz genau gerechnet. Kaufinteressierte prüfen intensiver: Welche Immobilie soll es sein? Welche monatliche Rate macht langfristig auch im Budget Sinn?", erklärt Thomas Kreil von Interhyp im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.
Wie stark der jüngste Zinsanstieg ins Gewicht fallen kann, zeigt der Geldratgeber Finanztip an einem konkreten Beispiel: "Wir haben das für eine Finanzierung von 300.000 Euro ausgerechnet. Da macht das 250 Euro im Monat mehr aus", so Immobilienexperte Dirk Eilinghoff.
Die Bauzinsen steigen wohl weiter - was ein Experte Immobilienkäufern jetzt rät.
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Entscheidend für die Bauzinsen ist vor allem das langfristige Zinsniveau am Kapitalmarkt. Dort sind die Renditen zuletzt kräftig gestiegen. Zehnjährige Bundesanleihen warfen Mitte September zeitweise so viel ab wie seit gut 17 Jahren nicht mehr. Steigende langfristige Renditen verteuern die Refinanzierung der Banken - und schlagen damit auch auf die Bauzinsen durch.
Die hohen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hatten an den Finanzmärkten zuletzt die Sorge vor einer länger anhaltenden Inflation verstärkt. Interhyp-Vorstandschef Jörg Utecht rechnet deshalb zunächst nicht mit einer schnellen Entspannung: "Käuferinnen und Käufer sollten sich darauf einstellen, dass das Niveau vorerst oberhalb der Vier-Prozent-Marke bleibt."
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Dass viele potenzielle Käufer bereits vorsichtiger geworden sind, zeigen die Zahlen der Bundesbank: Im zweiten Quartal sank die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Zugleich haben die Banken ihre Kreditstandards verschärft. Der Nettoanteil der Institute mit strengeren Vorgaben stieg auf sieben Prozent - nach vier Prozent im Vorquartal.
Als Gründe nannten die Banken höhere Kreditrisiken, gestiegene Refinanzierungskosten und eine geringere Risikotoleranz. Das bedeutet: Nicht nur der Kredit selbst wird teurer. Teilweise wird es auch schwieriger, die gewünschte Finanzierung überhaupt zu bekommen.