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Audio-Chip: Snapdragon Sound Elite Gen 2 braucht kein Smartphone mehr
Qualcomm baut mit dem Snapdragon Sound Elite Gen 2 seine Audio-Plattform für Kopfhörer und andere Wearables deutlich in Richtung „Personal AI“ aus. Der neue Chip kombiniert bis zu 128 GOPS KI-Leistung mit Wi-Fi 6E, Audio-DSPs und Snapdragon-Sound-Technologien. Gegenüber dem S7 Gen 1 soll dabei auch der Energiebedarf sinken.
Mit dem Snapdragon Sound Elite Gen 2 will Qualcomm die Funktionen von Audio-Wearables über die klassische Audiowiedergabe hinaus erweitern. Der neue Chip ist laut Qualcomm gezielt für Geräte mit Personal-AI-Funktionen entwickelt worden und kombiniert dafür Audioverarbeitung, KI-Beschleunigung, Sensorverarbeitung und drahtlose Kommunikation auf einer Plattform. Vorgesehen ist der Einsatz des neuen Sound-Chips unter anderem in In-Ear-Kopfhörern, Over-Ear-Kopfhörern, Open-Ear-Geräten, Audio-Brillen, Kamera-Ohrhörern und künftigen multimodalen Wearables.
Eine zentrale Neuerung des Snapdragon Sound Elite Gen 2 ist die deutlich ausgebaute Rechenleistung für KI. Qualcomm nennt bis zu 128 GOPS (128 Milliarden Operationen pro Sekunde) und spricht damit von der doppelten KI-Leistung des bisherigen Snapdragon S7 Gen 1, die Qualcomm im Herbst 2023 angekündigt hatte.
Im direkten Vergleich nennt Qualcomm für den S7 Gen 1 64 GOPS und 128 MACs (Multiplikations-Akkumulations-Befehle pro Sekunde) pro Takt gegenüber 128 GOPS und 256 MACs pro Takt beim Elite Gen 2. Beide Vergleichswerte basieren auf 250 MHz. Die Verdopplung bezieht sich auf die theoretische beziehungsweise von Qualcomm gemessene KI-Rechenleistung und nicht pauschal auf die Gesamtleistung des Chips.
Technisch setzt Qualcomm dafür auf eine eNPU in Verbindung mit der „Kymera Multi-Core Audio Architecture“. Zum Aufbau dieser Architektur gehören ein Arm Cortex-M55 als Anwendungsprozessor, ein weiterer Cortex-M55 als Main-DSP, zwei HiFi-5-Audio-DSPs zusammen mit der eNPU sowie ein dedizierter HiFi-3-DSP für Aufgaben mit niedriger Latenz. Damit ist die Plattform nicht ausschließlich als Audio-DSP ausgelegt, sondern besitzt mehrere Recheneinheiten für die unterschiedlichen Workloads eines Wearables.
Die höhere Rechenleistung soll insbesondere mehrere Aufgaben gleichzeitig ermöglichen. Qualcomm nennt unter anderem KI-Assistenten, Transkription, Übersetzung und kontextabhängige Verarbeitung. Gleichzeitig können Audio-, Kommunikations-, Sensor- und Wellness-Workloads verarbeitet werden. Damit soll beispielsweise ein Ohrhörer Sprache lokal erfassen und verarbeiten können, während gleichzeitig aktive Geräuschunterdrückung und weitere Audiofunktionen laufen.
Eine weitere wesentliche Änderung steckt bei der Konnektivität. Der Snapdragon Sound Elite Gen 2 integriert erstmals Wi-Fi 6E direkt in die Plattform. Unterstützt wird zudem Bluetooth Classic und LE Audio, Bluetooth High Data Throughput und höhere Bluetooth-Bänder. Für Wi-Fi nennt Qualcomm eine PHY-Datenrate von bis zu 86 Mbit/s.
Damit können Wearables direkt mit Cloud-Diensten kommunizieren, ohne sämtliche Daten zunächst über ein Smartphone leiten zu müssen. Das ist insbesondere für KI-Assistenten und sogenannte Agents relevant, die Aufgaben in der Cloud ausführen können. Qualcomm bündelt diese Funktionen unter „Snapdragon Sound Apps & Agents“. Das Smartphone wird damit zumindest für bestimmte Anwendungsfälle vom notwendigen Vermittler zwischen Ohrhörer und Internet zum optionalen Bestandteil.
Beim klassischen Audio bringt der Elite Gen 2 die bekannten Snapdragon-Sound-Technologien mit. Dazu gehören aptX Lossless für bitgenaue Musikübertragung sowie XPAN, über das Qualcomm Audioübertragungen über Wi-Fi statt ausschließlich über die begrenzte Bluetooth-Reichweite ermöglicht. Ergänzt wird dies durch die fünfte Generation der adaptiven ANC-Technik, AI-gestützte Audiokuration, kontextabhängiges Hören und verbesserte Transparenz- und Umgebungswahrnehmung.
Auch die Sprachaufnahme wird stärker mit KI verknüpft. Qualcomm integriert cVc-Voice-Technologien sowie eine AI-gestützte Mikrofonverarbeitung und unterstützt