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Wechsel zum IWF: EZB-Direktorin Schnabel tritt vorzeitig ab
Die deutsche Top-Ökonomin zieht es für eine neue Rolle nach Washington zum Internationalen Währungsfonds. Die Neubesetzung könnte interessant werden - denn auch die EZB-Präsidentin könnte ihren Posten vorzeitig räumen.
Die deutsche EZB-Direktorin Isabel Schnabel tritt Anfang 2027 vorzeitig ab und wechselt zum Internationalen Währungsfonds (IWF). Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, wird der Schritt Anfang Januar 2027 wirksam.
Schnabel werde am 4. Januar die Leitung der Abteilung Geld- und Kapitalmärkte beim IWF übernehmen. "Bis dahin wird Frau Schnabel ihre derzeitige Position behalten und ihre Aufgaben weiterhin wahrnehmen." Sie ist als Direktorin federführend für das Ressort Marktoperationen zuständig.
Das Ethik-Gremium der EZB habe entschieden, dass keine Übergangsphase nötig sei. Aufgrund ihres Wechsels werde Schnabel aber während ihrer verbleibenden Zeit im EZB-Rat nicht mehr in Angelegenheiten mit Bezug zum IWF involviert sein. Die Nachfolge werde vom Europäischen Rat geklärt.
Falls erforderlich, würden Schnabels Aufgaben im Direktorium nach ihrem Ausscheiden vorübergehend auf die verbleibenden Mitglieder aufgeteilt, teilte die Notenbank weiter mit. Ihre achtjährige Amtszeit bei der EZB läuft eigentlich erst Ende 2027 aus.
Die Belegschaft ist irritiert, denn die Aufgaben der Notenbank sind nicht erledigt.
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Schnabel wurde zu einer führenden Verfechterin von Krisenbekämpfungsinstrumenten wie dem Kauf von Staatsanleihen und argumentierte, dass Interventionen an den Märkten für Staatsanleihen unerlässlich seien, um eine finanzielle Fragmentierung zu verhindern und letztlich den Euro zu schützen.
"Unser Bekenntnis zum Euro ist unser Instrument gegen Fragmentierung", sagte Schnabel im Jahr 2022. "Dieses Bekenntnis kennt keine Grenzen. Und unsere Erfolgsbilanz, bei Bedarf einzugreifen, untermauert dieses Bekenntnis."
Diese Äußerungen, die den Weg für die Ankündigung eines neuen und bislang noch nicht genutzten Anleihekaufprogramms durch die EZB im Sommer desselben Jahres ebneten, knüpften an das Versprechen des ehemaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi an. Der forderte vor einem Jahrzehnt, "alles zu tun, was nötig ist", um den Euro zu erhalten.
EZB-Chefin Christine Lagarde dankte Schnabel "für ihren herausragenden Beitrag" in den vergangenen sieben Jahren. Sie habe maßgeblich zur Modernisierung der Arbeitsweise der EZB beigetragen, um den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu begegnen.