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Pflege in Schweden: So lange wie möglich zu Hause
Schweden setzt bei der Altenpflege konsequent auf die Betreuung zu Hause. Ein gut ausgebauter Pflegedienst macht das möglich. Die Höhe des Eigenbeitrags ist begrenzt - doch Fachkräfte werden knapp.
Einmal am Tag klopft Pflegehelfer Hadi Hosseini an die Tür des kleinen roten Häuschens von Göte Lindström. Seit seiner Kindheit ist die Insel Harö in der schwedischen Gemeinde Värmdö sein Zuhause. Auch heute noch, mit 96 Jahren.
Hosseini hilft beim Abwasch, bringt den Müll raus und putzt das Bad. Denn solche Alltagstätigkeiten fallen Lindström inzwischen schwer. Er ist froh über die Hilfe, die die Kommune für ihn zu Hause organisiert. "Man darf keine zu hohen Ansprüche stellen, wenn man alt wird", sagt er. "Aber ich bin froh, dass ich hier noch so lange wohnen darf. Ich hoffe, dass ich bis zum Schluss hierbleiben kann."
Selbst in der Regierungskoalition gibt es Kritik an dem Reformplan. Vor allem zwei Punkte sorgen für Unmut.
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Dass ältere Menschen möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben, ist ein Grundprinzip der schwedischen Altenpflege. Ein Platz im Pflegeheim kommt in der Regel erst dann infrage, wenn die Versorgung zu Hause nicht mehr ausreicht.
Um das zu ermöglichen, gibt es einen umfangreichen häuslichen Pflegedienst. Je nach Bedarf unterstützen Pflegekräfte etwa bei der Körperpflege, beim Anziehen oder Duschen, im Haushalt oder bei den Mahlzeiten.
Wie viel Hilfe jemand bekommt, werde individuell geprüft, erklärt Therese Malm, die beim Sozial- und Pflegeamt der Gemeinde Värmdö für die Altenpflege zuständig ist. "Ziel ist, dass die Menschen so lange wie möglich zu Hause bleiben können", sagt sie.
Auch mit 96 Jahren kann Göte Lindström noch zu Hause wohnen - auch, weil die Pflegekraft ihn daheim betreut.
Wie viel Pflegebedürftige für die Unterstützung zahlen müssen, hängt von ihrer persönlichen Situation ab. Landesweit gilt allerdings eine Obergrenze für den finanziellen Eigenanteil bei der häuslichen Pflege. Sie liegt bei maximal 2.660 Kronen im Monat, umgerechnet knapp 240 Euro. Manche zahlen weniger.
Denn bei der Berechnung werden Einkommen und Wohnkosten berücksichtigt. Zudem muss den Pflegebedürftigen ein festgelegter Betrag für ihre normalen Lebenshaltungskosten bleiben. "Häusliche Pflege soll für alle zugänglich sein, unabhängig davon, welche Rente sie beziehen und wie hoch ihr Einkommen ist", sagt Malm.