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Verteidigung im All: Bundeswehr und Rüstungsbranche bündeln Kräfte
Moderne Streitkräfte sind von Satelliten abhängig - das Weltall wird für die Verteidigung wichtiger. Beim Netzwerk-Event "Mission-K" in Kalkar nähern sich Bundeswehr und Rüstungsbranche an. Kommen sie sich zu nah?
Der Weltraum hat nicht nur unendliche Weiten, er birgt auch unendliche Gefahren. "Was da oben rumfliegt, ist kritische Infrastruktur. Die gilt es zu schützen." Alexander Kleinschmidt meint die Zehntausenden Satelliten. Der Mitbegründer des Netzwerkevents "Mission-K" nennt als Beispiel für Gefahren Cyberangriffe auf Satelliten oder das Risiko einer Kollision mit anderen fliegenden Objekten. Kleinschmidt berichtet, dass Attacken auf kritische Infrastruktur im All zugenommen haben. Deshalb werde der Weltraum für die Verteidigung interessant.
Ein Punkt, den auch die Bundesregierung erkannt hat. Vor knapp einem Jahr hat sie die erste Weltraumsicherheitsstrategie beschlossen. Darin heißt es unter anderem: Die militärische Handlungsfähigkeit solle durch die Nutzung des Weltraums gestärkt werden. Die Bundeswehr will besser aufklären und Gefahren früher erkennen.
Die Strategie soll Kommunikations- und Navigationssysteme im All besser vor Störmanövern und Angriffen schützen.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius beschrieb es vergangene Woche im Bundestag so: "Wir bauen eine resiliente Weltraumsicherheitsarchitektur auf - bestehend aus Bodenstationen, aus Satellitensystemen und aus entsprechenden Startkapazitäten, die von zentraler Bedeutung sind in diesem Kontext."
Der Weltraum ist ein neues Feld für die Bundeswehr - und für die Rüstungsindustrie. Mehr als 100 Unternehmen und Start-ups aus der Branche sind auf der "Mission-K" in Kalkar vertreten und wollen sich mit dem Bundesverteidigungsministerium vernetzen. Sprich: Sie möchten ausloten, ob ihre Produkte und Entwicklungen zu dem passen, was sich die Bundeswehr für die Verteidigung des Weltraums vorstellt.
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Sara Nanni blickt skeptisch auf solche Netzwerktreffen. Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag warnt im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio: Zu viel Nähe zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer habe in der Vergangenheit immer wieder zu sehr schlechten Entscheidungen geführt. Es dürfe nicht passieren, dass die Bundeswehr das kaufe, was die Industrie gerne verkaufe - sondern das, was wirklich gebraucht werde.
Mit Blick auf die "Mission-K" sagt Nanni: "Hier müssen wir absolut aufpassen, dass aus solchen Events heraus nicht Aufträge entstehen, die mithilfe des Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetzes auch noch über eine Direktvergabe laufen." Ihre Befürchtung: Das Verteidigungsministerium recherchiere nicht ausreichend, ob es das wirklich beste Produkt gefunden habe. Denn: Zu einer Veranstaltung wie der "Mission-K" hätten nicht alle Firmen und Start-ups der Branche Zugang.