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Neue Chipfabriken: TSMC plant angeblich sechs weitere Werke außerhalb Taiwans
TSMC plant als größter Auftragsfertiger der Welt Gerüchten zufolge einen weiteren Ausbau außerhalb Taiwans. Es geht demnach wohl erneut näher zu den Kunden, so wie das zuletzt bereits der Fall war – und woraus letztlich auch erst die deutsche Fabrik entstanden ist. Doch Deutschland ist dieses Mal (noch?) nicht an der Reihe.
Taiwanische Medien berichten unter Berufung auf Zulieferkreise, dass sich TSMC nach ihrem Campus in Arizona alias Fab 21 nun wohl im benachbarten Texas umsieht. Fab 21 soll in den kommenden Jahren auf insgesamt zehn Phasen, eine Phase steht jeweils für ein neues Fabrikgebäude, mindestens zwei Packaging-Einrichtungen und ein R&D-Center anwachsen und dann eine der größten Einrichtungen von TSMC weltweit darstellen.
Platz für eine nochmal sehr große Expansion der Kapazität wird so nur über einen neuen Standort realistisch umsetzbar. Dabei soll es laut UDN Texas werden, ein von Halbleiterfirmen bereits gern genutzter Standort. Sechs moderne Fabriken sollen geplant sein, die gesamte Anlage würde damit ebenfalls Gigafab-Status erreichen. Da es ein Projekt für die Zukunft ist, könnte auch die Investitionssumme, die TSMC in Form von 265 Milliarden US-Dollar aktuell für Arizona plant, noch einmal übertroffen werden.
Fab 21 in Arizona hat sich schneller sehr gut entwickelt, als selbst TSMC das einmal prognostiziert hatte. Zuletzt erwirtschaftete sie wohl bereits Gewinne, wenngleich die Margen noch nicht auf dem Niveau von Taiwans Anlagen liegen. Mit zusätzlichen Werksgebäuden lässt sich die Produktivität einer solchen Anlage deutlich steigern, weshalb TSMC in der Regel immer mehr als nur eine Phase baut. Dass es bei Fab 21 so schnell ging, lag auch am AI-Boom: Hier in N4-Prozessen gefertigte Chips gehen direkt zu Nvidia, AMD & Co.
Dass es am Ende noch einmal die USA wird, liegt am Kundenkreis. Mehr als drei Viertel seines Umsatzes macht TSMC mit US-Unternehmen, die zudem für Chips made in USA gern auch noch ein paar US-Dollar mehr zahlen, um wiederum bei ihren Kunden Unabhängigkeit zu suggerieren. Gleichzeitig adressiert TSMC mögliche politische Herausforderungen in den USA beim Thema Zölle und Abgaben, hilft dabei aber auch Taiwan, die Verpflichtungen gegenüber den USA eingehen, um im Gegenzug anderes politisches Kapital zu erhalten. Die Ansiedlung einer weiteren TSMC-Fabrik in den USA ist deshalb auch ein hochpolitisches Spiel.
Bisher hat sich TSMC offiziell noch nicht zu einer zusätzlichen Ansiedlung in den USA geäußert. Zuletzt folgten auf diese Art von Gerüchten in der Regel binnen Monaten echte Absichtserklärungen.