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Server-Aus bei Spielen: US-Vorstoß fordert Entschädigung oder Offline-Patch
Im US-Bundesstaat Pennsylvania soll der „Protect Our Games Act“ verhindern, dass gekaufte Digitalspiele mit abgeschalteten Servern wertlos werden. Publisher müssten 60 Tage vorher informieren und danach entweder eine Weiternutzung ermöglichen oder Käufer entschädigen. Noch ist das Vorhaben allerdings kein Gesetz.
Der demokratische Senator John Kane hat den „Protect Our Games Act“ am 18. September als sogenanntes Co-Sponsorship Memo an die Mitglieder des Senats von Pennsylvania verteilt. Damit wirbt ein Abgeordneter zunächst um Mitunterstützer für einen geplanten Gesetzentwurf. Eingebracht wurde dieser bislang ausdrücklich noch nicht.
Inhaltlich ist der Vorschlag dennoch konkret. Hersteller digitaler Spiele sollen Käufer mindestens 60 Tage vorher darüber informieren müssen, wenn sie die Nutzung eines Spiels einstellen oder dessen Funktionen verändern wollen. Anschließend müssten sie mindestens eine von drei Möglichkeiten anbieten: Das Spiel bleibt offline nutzbar, ein Patch ermöglicht den weiteren Online-Betrieb unabhängig von den Diensten des Herstellers oder der Käufer erhält Geld zurück.
Gerade die dritte Option fällt vergleichsweise streng aus. Die Rückerstattung soll dem höchsten Preis entsprechen, zu dem der Betreiber das Spiel in den zwölf Monaten vor dem Ende des Dienstes angeboten hat. Weniger als 25 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises dürften es in keinem Fall sein.
Der geplante Schutz soll nicht pauschal für jedes digitale Spiel gelten. Reine Abonnementangebote wären ausgenommen, sofern der Zugriff ausdrücklich nur für die Dauer des Abos verkauft wird. Auch kostenlos angebotene Spiele fallen grundsätzlich nicht darunter – es sei denn, Spieler haben Geld für Charakter-Upgrades oder freischaltbare Inhalte ausgegeben.
Ebenfalls außen vor wären Spiele, bei denen der Verkäufer den Zugriff nach dem Kauf gar nicht mehr entziehen kann. Als Beispiel nennt das Memo einen dauerhaft offline nutzbaren Download, der ohne Internetverbindung von einem externen Datenträger gestartet werden kann. Durchgesetzt werden soll das Gesetz im Fall einer Verabschiedung vom Attorney General Pennsylvanias und den zuständigen Bezirksstaatsanwälten.
Kane begründet den Vorstoß auch mit der zunehmenden Abhängigkeit von digitalen Vertriebsmodellen. Sony hat bereits angekündigt, die Produktion physischer Spiele-Discs für neue PlayStation-Titel ab Januar 2028 einzustellen. Neue Veröffentlichungen sollen danach nur noch digital angeboten werden.
Inhaltlich erinnert der Vorstoß deutlich an die Kampagne „Stop Killing Games“ und die daraus hervorgegangene Europäische Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“. Diese hatte mehr als 1,29 Millionen verifizierte Unterstützer erreicht und gefordert, Spiele nach dem Ende des kommerziellen Supports weiterhin nutzbar zu halten.
Die EU-Kommission lehnte eine entsprechende gesetzliche Verpflichtung im Juni 2026 jedoch zunächst ab und verwies unter anderem auf bestehende Rechte am geistigen Eigentum. Stattdessen soll bis Ende 2026 gemeinsam mit Spieleindustrie und Verbraucherschützern ein Verhaltenskodex für das „Lebensende“ von Videospielen ausgearbeitet werden.
Pennsylvania würde mit dem „Protect Our Games Act“ einen deutlich verbindlicheren Weg einschlagen. Davon ist der Bundesstaat allerdings noch ein gutes Stück entfernt: Bislang existiert nur das Unterstützer-Memo von Senator Kane. Ob daraus tatsächlich ein Gesetzentwurf wird und dieser anschließend Mehrheiten findet, ist offen.