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Cyberpunk 2077: Phantom Liberty macht den desaströsen Launch laut Entwickler nicht ungeschehen
Designer Paweł Sasko blickt schonungslos auf den Release des Hauptspiels zurück. Die Arbeit an der Erweiterung glich für das Team einer Gruppentherapie.
Hat CD Projekt Red ausreichend Wiedergutmachung für den katastrophalen Launch von Cyberpunk 2077 geleistet? Nach dem Release folgten zahlreiche Updates mit Optimierungen und Neuerungen, mit Phantom Liberty erschien auch eine große Erweiterung.
Mittlerweile befindet sich das Rollenspiel in einem richtig guten Zustand und ist sogar auf der Nintendo Switch 2 gelandet. Also alles vergeben und vergessen? Für manche Fans vermutlich nicht, und auch Designer Paweł Sasko will das nicht so ohne Weiteres beiseiteschieben.
Als Cyberpunk 2077 Ende 2020 erschien, litt es besonders auf den älteren Konsolen unter massiven technischen Problemen, Abstürzen und Bugs. Die Situation war so gravierend, dass Sony den Titel monatelang aus dem PlayStation Store entfernte und CD Projekt beispiellose Rückerstattungen anbot.
In einem Social-Media-Beitrag blickt er zurück auf die Erweiterung und schreibt: "Ich glaube nicht, dass Phantom Liberty den Launch von Cyberpunk 2077 ungeschehen macht, und ich würde unsere Geschichte niemals so erzählen wollen."
"Der ursprüngliche Release von Cyberpunk 2077 gehörte zu den prägendsten Erfahrungen meines Lebens – sowohl kreativ als auch persönlich. Vor der Veröffentlichung lagen jahrelange Arbeit, großer Stolz und enormer Druck hinter uns. Als nach dem Launch viele von euch Chooms enttäuscht waren und sich im Stich gelassen fühlten, musste ich lernen, das Spiel mit euren Augen zu sehen – und nicht mehr nur durch die Brille unserer ursprünglichen Absichten."
"Am schwersten fiel es mir mitanzusehen, was diese Situation mit den Menschen um mich herum machte", ergänzt er. "Das galt besonders für Entwickler, die den Erfolg nicht miterlebt hatten, den einige von uns mit The Witcher 3 feiern durften. Mir war klar, dass unser nächstes Projekt all diese Last tragen würde."
"In einem Interview habe ich die Arbeit an Phantom Liberty einmal als Gruppentherapie beschrieben, und ich halte diesen Vergleich nach wie vor für sehr treffend. Ich musste das Geschehene erst verarbeiten, wieder Selbstvertrauen aufbauen und langsam lernen, mir selbst als Entwickler wieder zu vertrauen. Phantom Liberty war unser erster großer Release nach Cyberpunk 2077, und ich habe diesen Druck sehr deutlich gespürt. Die größte Herausforderung bestand für mich darin zu beweisen, dass wir nach wie vor in der Lage sind, außergewöhnliche Kunst zu erschaffen – etwas Wunderschönes, Ambitioniertes und Mitreißendes für euch."
Seit dem Verkaufsstart hat sich alleine Phantom Liberty mehr als 15 Millionen Mal verkauft. Derzeit arbeitet das Studio nicht nur an The Witcher 4, sondern auch an einer Fortsetzung zu Cyberpunk 2077.