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Militär greift Markt in Myanmar an - mindestens 50 Tote
Seit dem Militärputsch vor mehr als fünf Jahren herrscht in Myanmar ein andauernder bewaffneter Konflikt. Immer wieder geraten auch zivile Ziele ins Visier des Militärs. Diesmal attackierten Kampfjets einen Markt und eine Brücke.
Bei einem schweren Luftangriff des myanmarischen Militärs im westlichen Bundesstaat Rakhine sind nach Angaben der Rebellengruppe Arakan Army mindestens 50 Menschen getötet worden. Fast 60 weitere Menschen wurden Rettungskräften zufolge verletzt, viele von ihnen schwer. Unter den geborgenen Opfern befinden sich auch Frauen und Kinder.
Der Angriff ereignete sich am Montagmittag in der Stadt Kyauktaw, nahe der Grenze zu Bangladesch. Ein Kampfflugzeug habe den Bereich um den sogenannten India Market und die nahegelegene Kassapanadi-Brücke attackiert, berichteten der Sender DVB TV und die Rebellengruppe Arakan Army. Augenzeugen erzählten der Nachrichtenagentur dpa, ein Kampfjet habe insgesamt dreimal Bomben abgeworfen.
In Myanmar hat das Parlament den seit Jahren faktisch regierenden Militärjunta-Chef zum Präsidenten gewählt.
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Der Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region. Rakhine ist wegen des Bürgerkriegs im früheren Birma und der von der Armee verhängten Beschränkungen der Handelswege weitgehend vom übrigen Myanmar abgeschnitten. Die Bevölkerung ist deshalb eigenen Angaben zufolge auf Versorgungswege über die Nachbarländer angewiesen. Kyauktaw wird von der Arakan Army kontrolliert, die für eine größere Autonomie Rakhines und gegen das Regime kämpft.
Menschenrechtler werfen den Streitkräften schon lange vor, gezielt Orte anzugreifen, die nicht in direktem Zusammenhang mit militärischen Operationen stehen - darunter Schulen, Krankenhäuser, Märkte und Wohngebiete.
Die Militärregierung reagierte nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme. Das Militär hatte zuvor erklärt, es übe "größtmögliche Zurückhaltung", um zivile Opfer zu vermeiden.
Bei einem Luftangriff der Militärjunta auf eine Klinik sind Berichten zufolge mehr als 30 Zivilisten getötet worden.
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Seit dem Putsch von 2021 befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Die Entmachtung der gewählten Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hatte damals landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt ausgelöst.
Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land. Mehr als 100.000 Menschen sind in dem Konflikt bereits getötet worden. Mehr als 3,5 Millionen Menschen wurden nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR innerhalb des Landes vertrieben.