// TAGESSCHAU INLAND — CRONACA
Was wird aus den Eigenanteilen in der Pflege?
Das Ringen um einen Kompromiss bei der Pflegereform dauert an. Die SPD lehnt Leistungskürzungen ab und verlangt einen Deckel für den Eigenanteil. Wie er funktionieren soll - und was eigentlich vorgesehen ist.
Pflegebedürftige zahlen im Schnitt 3.364 Euro im Monat für einen Pflegeheimplatz. Darin enthalten sind unter anderem Kosten für Unterkunft, Essen, Investitionen und die Ausbildung von Pflegekräften. Ein großer Teil entfällt auf die Pflege selbst, nämlich durchschnittlich 1.775 Euro im Monat.
Genau bei diesem Pflegeanteil, dem sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, kurz EEE, setzt die SPD mit ihrem Vorschlag für einen "Pflegedeckel" an. Der Eigenanteil soll zunächst auf maximal 1.500 Euro im Monat begrenzt werden. Für das erste Aufenthaltsjahr würde das nach den aktuellen Durchschnittswerten eine Entlastung von rund 275 Euro im Monat bedeuten. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten wären von diesem Deckel nicht erfasst.
Bei der Frage nach Lösungen für die Pflegereform liegen die Koalitionspartner weit auseinander. Gelingt der Durchbruch?
mehr
Schon heute beteiligt sich die Pflegeversicherung an dem pflegebedingten Eigenanteil. Der Zuschuss steigt mit der Dauer des Aufenthalts im Pflegeheim.
Im ersten Jahr übernimmt die Pflegekasse 15 Prozent des pflegebedingten Eigenanteils, im zweiten Jahr 30 Prozent, im dritten Jahr 50 Prozent und ab dem vierten Jahr 75 Prozent. Dadurch sinkt der von den Pflegebedürftigen selbst zu tragende Anteil an den Pflegekosten mit zunehmender Aufenthaltsdauer. Die aktuellen vdek-Zahlen für Juli 2026 zeigen diesen Effekt deutlich: Der pflegebedingte Eigenanteil liegt nach dem Zuschuss im ersten Jahr bei durchschnittlich 1.775 Euro, nach mehr als drei Jahren bei 522 Euro.
Seit Beginn des Jahres legte der Eigenanteil im Schnitt um fast 120 Euro zu. Dabei gibt es große regionale Unterschiede.
mehr
Der Referentenentwurf für das Pflegeneuordnungsgesetz, den die damalige Gesundheitsministerin Nina Warken im Juni vorgelegt hatte, sieht vor, die Stufen für diese Zuschüsse zu verlängern. Die höheren Zuschüsse sollen jeweils sechs Monate später greifen als bisher.
Damit würde die bisherige Staffelung von zwölf Monaten je Stufe auf jeweils 18 Monate verlängert.
Allerdings ist der Entwurf noch nicht endgültig. Der jetzige Gesundheitsminister Carsten Linnemann hat ihn nach eigenen Angaben im Grundsatz von seiner Vorgängerin übernommen. Änderungen an einzelnen Punkten sind aber möglich, die Verhandlungen innerhalb der Koalition laufen noch.