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Hat die Schufa ihr Transparenz-Versprechen gebrochen?
Vollkommen transparent, verständlich und nachvollziehbar: So sollte der neue Schufa-Score sein, mit dem Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher bewertet werden. Doch Recherchen von NDR und SZ zeigen: Das war offenbar nicht mehr als ein leeres Versprechen.
Deutschlands mächtigste Auskunftei gab ein großes Versprechen - und sie bekam dafür viel Applaus: "Ein Score. Zwölf statt 100 Score-Kriterien", hieß es Mitte März dieses Jahres, als die Schufa damit im Rahmen ihrer Transparenzoffensive an die Öffentlichkeit ging. Es sei der "weltweit erste, vollkommen transparente Score für Kreditwürdigkeitsprüfungen".
Eine wichtige und erfreuliche Nachricht: Denn die Schufa hat die Daten von mehr als 68 Millionen Menschen in Deutschland, und wenn sie ihre Bewertungen zur Zahlungsfähigkeit abgibt, dann hat das großen Einfluss - ob bei einem neuen Handyvertrag, einer Kreditkarte, einer Versicherung oder gar beim Hauskauf.
Jeder sollte künftig nachrechnen und verstehen können, wie seine Bewertung zustande kommt - ein "Meilenstein". Die bisherigen Scores, die vielfach als intransparent und unverständlich kritisiert wurden, würden nach einer Übergangsphase bis spätestens Ende übernächsten Jahres der Vergangenheit angehören. Selbst Verbraucherschutzministerin Stefanie Hubig (SPD) äußerte sich wohlwollend, so ist es noch heute auf der Internetseite der Schufa zu lesen: "Ministerin Hubig lobt 'mehr Transparenz' der Schufa".
Der Schufa drohen im Zusammenhang mit der sogenannten Schattendatenbank nun auch rechtliche Konsequenzen.
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Doch Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) zeigen nun: Die Schufa hat heimlich andere und deutlich komplexere neue Bewertungen entwickelt und bietet diese bereits ihren Firmenkunden an. Es gibt nicht nur den einen neuen Score. Es gibt davon mehrere - und zudem neue Geschäftsmodelle, die das zentrale Versprechen der Transparenz ganz offensichtlich unterlaufen. Angesichts dessen erscheine ihm "diese Transparenz-Offensive im Nachhinein natürlich als ganz großer Schwindel", so Matthias Spielkamp von der Datenschutzorganisation AlgorithmWatch.
So gibt es den Recherchen zufolge einen bislang praktisch unbekannten neuen Score für Hauskäufer. Dieser "Hypotheken-Score der neuen Generation" wird den Recherchen zufolge bereits seit Sommer 2025 Geldinstituten angeboten. "Aufgrund der Besonderheit des Hypothekengeschäfts" werde es "hier weiterhin ein gesondertes Modell geben", heißt es in einer für Sparkassen damals erstellten Präsentation.
Wie dieses gesonderte Modell aussieht, wollte die Schufa auf Anfrage von NDR und SZ jedoch nicht sagen. Dieser neue Score werde bislang nur 300-mal pro Woche abgefragt, so eine Schufa-Sprecherin. Verbraucher könnten sehen, wenn er eingesetzt wurde - allerdings erst nachträglich, sofern sie bei der Schufa eine Datenauskunft anfordern. "Der Öffentlichkeit erläutern" werde man den neuen Hypotheken-Score, sobald er "am Markt für Immobilienkredite relevant für Verbraucher" werde. Wann das sein wird - unklar.
Exklusiv
15.07.2026
Die Schufa speichert offenbar unbemerkt veraltete Daten von Millionen Verbrauchern auf längere Zeit.
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