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America.gov: KI-Chatbot für US-Bürger gestartet
Die US-Regierung hat America.gov gestartet, einen KI-Chatbot, der Fragen zu Bundesbehörden beantworten soll und auf 29.000 Seiten zugreift.
America.gov soll Bürgerinnen und Bürgern in den USA als zentrale Anlaufstelle ermöglichen, Fragen zu Informationen und Dienstleistungen von Bundesbehörden stellen zu können. Laut eigenen Angaben greift der KI-Chatbot auf Informationen von mehr als 29.000 staatlichen Webseiten zurück. In Zukunft soll der Dienst nicht nur Informationen liefern, sondern auch Verwaltungsverfahren ermöglichen. Laut US-Medien sind unter anderem Anträge für Reisepässe, die Anmeldung bei Medicare und die Suche nach Stellen bei Bundesbehörden geplant. Aktuell steht in einer Liste häufig gestellter Fragen, dass der Bot „derzeit nicht“ auf entsprechende Unterlagen zurückgreifen kann.
Joe Gebbia, Chief Design Officer im Weißen Haus und Mitgründer von Airbnb, hat bestätigt, dass Googles KI Gemini bei der Entwicklung des Chatbots involviert war und auch Grok-Modelle von xAI genutzt wurden. Grok for Government setzt auch das Pentagon ein: Das US-Verteidigungsministerium hat eigene Versionen von ChatGPT und Grok auf seiner Plattform GenAI.mil gestartet. Die genaue technische Architektur des America.gov-Systems ist bislang nicht öffentlich.
Der Zugang ist im Moment unkompliziert, denn für den Chatbot ist kein Konto erforderlich. Laut den Datenschutzrichtlinien speichert der Chatbot weder den Suchverlauf noch den genauen GPS-Standort einer Person. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich diese Richtlinien mit den geplanten Verwaltungsfunktionen vereinbaren lassen, da die persönlichen Daten bei diesen Vorgängen zwangsläufig verarbeitet werden.
Auch die Zuverlässigkeit der KI bleibt eine offene Frage. Die New York Times hat den Chatbot ausprobiert und die Aussagen der KI zu einzelnen Themen widersprachen den offiziellen Aussagen des US-Präsidenten. Zumindest augenscheinlich sind die Antworten um politische Neutralität bemüht. Fragt man etwa, wie der Bot die Trump-Regierung findet, verwehrt er eine Antwort.
Darüber hinaus ist dies nicht der erste Chatbot in Bundesbereichen. Deutschland nutzt bereits KI-Chatbots, um die Behörden zu entlasten. Ein Beispiel ist der Chatbot „TinA“ des Informationstechnikzentrums des Bundes, der Fragen zum grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr beantwortet. Im Gegensatz zu „America.gov“, das für die gesamte US-Bundesregierung arbeiten soll, ist dieser KI-Assistent nur für einen spezifischen Bereich zuständig.
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