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BMW kürzt Modellpalette und setzt KI für höhere Profitabilität ein
BMW will mit weniger Modellen, Managementabbau, dem Einsatz von KI und einem neuen Elektroauto zurück zu alter Stärke. Den 2er Active Tourer trifft es zuerst.
Der 2er BMW soll nach den veröffentlichen Plänen von BMW ersatzlos auslaufen.
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BMW hat auf seinem Capital Market Day eine umfassende Neuausrichtung angekündigt. Bis 2028 soll die EBIT-Marge der Autosparte auf 3 bis 5 Prozent steigen, zu Beginn des nächsten Jahrzehnts dann den langfristigen Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent erreichen. Im laufenden Jahr rechnet der Konzern nur noch mit einer Marge von 1 bis 3 Prozent, nachdem die Prognose im Juni bereits von 4 bis 6 Prozent gesenkt worden war.
Wie BMW in seiner Strategiemitteilung erläutert, soll ein ganzes Bündel an Maßnahmen den Konzern wieder profitabler machen. Vorstandschef Milan Nedeljković erklärte, BMW habe „erste Maßnahmen zur Neupositionierung definiert“ und werde diese „mit hohem Tempo“ umsetzen. Ein zentraler Hebel ist die Vereinfachung des Modellprogramms: Die Zahl der Varianten soll sinken, der Konzern will sich auf margenstarke Fahrzeuge konzentrieren.
Ein prominentes Opfer der Portfolio-Bereinigung steht bereits fest: Der BMW 2er Active Tourer (Test) bekommt keinen Nachfolger. Der kompakte Van, der in Europa als Familienwagen beliebt war, wird nach dem Auslaufen der aktuellen Generation aus dem Programm verschwinden. Kunden könnten dann auf den X1, größere SUV-Modelle oder die technisch verwandten Fahrzeuge der Konzernmarke MINI ausweichen. Welche weiteren Modelle oder Karosserievarianten der Streichung zum Opfer fallen könnten, sagt BMW nicht.
Parallel zum Modellabbau baut BMW auch seine Managementstrukturen um. Die Zahl der Bereiche und zugehörigen Führungspositionen soll bis Mitte 2027 um 20 Prozent sinken, eine vergleichbare Reduzierung ist auf nachgelagerten Organisationsebenen geplant. Konkrete Zahlen zum Arbeitsplatzabbau in der Produktion nannte der Konzern nicht.
Ein wesentlicher Treiber der Krise ist die anhaltende Schwäche in China. BMWs Auslieferungen dort gingen im ersten Halbjahr 2026 um 20,4 Prozent zurück, nachdem sie bereits 2025 um 12,5 Prozent gesunken waren. Chinesische Hersteller wie BYD, Xiaomi und Nio setzen die europäischen Premiummarken mit vergleichbarer Technik zu niedrigeren Preisen unter Druck. Europa und die USA entwickelten sich zwar positiv, konnten den Einbruch in China aber nicht kompensieren.
BMW reagiert mit einer stärkeren Lokalisierung: Bis 2030 sollen mindestens 95 Prozent der in China verkauften Fahrzeuge dort auch gefertigt werden. Aktuell liegt der Anteil knapp unter 90 Prozent. Der Einsatz lokal beschaffter Bauteile soll steigen, was die Teilekosten laut Analystenschätzungen um 20 bis 30 Prozent senken könnte. Importiert werden sollen künftig vorrangig margenstarke Modelle. Zusätzlich prüft BMW den Export in China gefertigter Fahrzeuge nach Südostasien.
Neben der Konsolidierung setzt BMW auf neue Modelle. Für den US-Markt ist ein Sports Activity Vehicle oberhalb des BMW X7 geplant, 2027 soll das erste Modell der Marke BMW ALPINA erscheinen. Besonders relevant für den europäischen Markt: Für 2028 kündigte BMW ein vollelektrisches Einstiegsmodell auf Basis der Neuen Klasse an. Es soll das Kompaktsegment zusammen mit der Elektropalette von MINI stärken und die CO₂-Bilanz der Flotte in der EU verbessern. Modellname, Maße, Preis und konkretes Produktionswerk hat BMW noch nicht genannt. Als mögliche Fertigungsstandorte gelten die Werke in Regensburg und München, die beide auf Neue-Klasse-Modelle vorbereitet werden.