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Artikel: Winux – das Linux für Windows-Umsteiger
Der Wechsel der Arbeitsplatz-PCs von Windows zu Linux scheitert in vielen Unternehmen an Widerständen gegen eine Umgewöhnung. Winux adressiert diese Sorgen und macht es Umsteigern leicht.
Linux erhöht seinen Anteil als Betriebssystem auf Arbeitsplatzcomputern seit Jahren kontinuierlich. Doch vor allem in Unternehmen schrecken viele Entscheider immer noch davor zurück, das freie Betriebssystem auf Desktop-Rechnern zu verwenden, da der Wechsel mit einem gewissen Umstellungs- und Einarbeitungsaufwand einhergeht. Dieser Sorge tragen verschiedene Linux-Distributionen Rechnung, indem sie das optische Erscheinungsbild sowie die Bedienerführung an das Betriebssystem aus Redmond annähern. Damit fällt eingefleischten Windows-Nutzern ein Umstieg deutlich leichter.
Das bis vor einiger Zeit als Linuxfx bezeichnete und jetzt in Winux umgetaufte Ubuntu-Derivat aus Brasilien setzt sich zum Ziel, einen möglichst reibungslosen Übergang von Windows 11 zu Linux zu ermöglichen. Dazu empfanden die Entwickler das Erscheinungsbild samt Farbgebung und Menügestaltung von Windows nach. Zudem statteten sie ihre Distribution mit einigen unter Linux weniger gebräuchlichen Anwendungen aus. Für Anwender, die Windows-Software verwenden möchten, integrierten sie außerdem Wine und WinBoat ins System, sodass sich einige Windows-Programme direkt unter Winux nutzen lassen.
Winux basiert derzeit auf Ubuntu 24.04 LTS “Noble Numbat”, das bis Ende März 2029 konventionellen Support erhält. Im Rahmen des Ubuntu-Pro-Programms stehen verlängerte Unterstützungsleistungen bis April 2034 bereit. Den erweiterten Support erhalten Privatanwender für bis zu fünf Geräte kostenlos.
Neben herkömmlichen Ubuntu-Updates erhält das System zusätzliche Aktualisierungen durch die Winux-Entwickler. Telemetriedaten erhebt das Projekt nicht, eine TPM- oder Secure-Boot-Umgebung erfordert das System ebenfalls nicht. Daher eignet sich Winux auch für den Einsatz auf älteren Computern mit Intel/AMD-Architektur in der 64-Bit-Variante.
Durch die Integration des aktuellen Kernels Linux 7.0 unterstützt Winux auch modernste Hardwarekomponenten, die Ubuntu 24.04 noch nicht berücksichtigt. Um den Umstieg in vernetzten Umgebungen zu erleichtern, integrierten die Entwickler zusätzlich eigene, teils proprietäre sogenannte Professional Tools in das System. Sie dienen primär zur Interaktion mit Microsoft-basierten Cloud-Umgebungen. Diese Werkzeuge stehen als Testvariante für 30 Tage nach der Installation kostenfrei zur Verfügung. Um sie danach weiter zu verwenden, benötigen Sie eine Pro-Lizenz. Andere Komponenten des Systems betrifft das nicht, Sie nutzen sie weiter unbegrenzt und ohne Einschränkungen.
Als Desktop verwendet Winux ein dem Einsatzzweck angepasstes KDE Plasma. Die Arbeitsoberfläche lässt sich detailliert konfigurieren, ohne dabei überladen zu wirken. Damit eignet sie sich bestens für Ein- und Umsteiger.
Das Projekt bietet seine Distribution als rund 6,8 GByte großes ISO-Abbild zum Herunterladen an. Nach dem Transferieren des Images auf einen USB-Stick starten Sie Ihren Computer davon.
Nach kurzer Zeit erscheint eine Arbeitsoberfläche im Windows-Design. Die Bedienelemente ordnet das System nahezu komplett identisch wie im MS-Produkt an. Auf dem Desktop finden sich lediglich drei Icons für den Papierkorb, eine Installationsroutine und den Webbrowser Microsoft Edge. Letzteren tauschen Sie bei Bedarf gegen eine freie Alternative wie Firefox oder LibreWolf aus.
Ein Klick auf das Installations-Icon öffnet den bekannten Linux-Installer Calamares. Er packt das Ubuntu-Derivat in wenigen Schritten auf den Massenspeicher (Abbildung 1). Nach einem erneuten Warmstart des Systems gelangen Sie in die bekannte Arbeitsumgebung.