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RTX 5090 nur mit Ausweis: Händler lässt Käufer Exportverbot unterschreiben
Wer bei Micro Center eine GeForce RTX 5090 kaufen will, braucht offenbar mehr als eine Kreditkarte. Ein Käufer in Kalifornien musste seinen Führerschein vorlegen und schriftlich zusichern, dass die Grafikkarte die USA nicht verlassen wird.
Auslöser ist der Bericht eines Kunden der US-Handelskette Micro Center. Wie dieser auf Reddit schildert, kaufte er im kalifornischen Tustin einen PowerSpec AI90, einen Komplett-PC mit GeForce RTX 5090 Founders Edition. Vor dem Kauf verlangte der Filialleiter demnach allerdings zusätzliche Angaben.
Der Käufer musste eine „Advanced Computing Product Purchaser Declaration“ ausfüllen und seinen Führerschein einscannen lassen. Das ebenfalls veröffentlichte Formular fragt unter anderem den vollständigen Namen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse ab. Hinzu kommen Angaben zum tatsächlichen Endnutzer, zum Installationsort des Systems und zum geplanten Einsatzzweck.
Besonders deutlich fällt der Hinweis zum Export aus: „NO EXPORT – NO EXCEPTIONS“ steht in Großbuchstaben auf dem Dokument. Micro Center werde das Produkt nicht an Personen verkaufen, die beabsichtigen, es zu exportieren, weiterzuverkaufen, zu übertragen oder anderweitig aus den Vereinigten Staaten zu bringen. Der Käufer bestätigt zudem, nicht als Strohmann für einen anderen Erwerber aufzutreten.
Nach eigener Aussage erklärte ihm ein Mitarbeiter, dass die Regelung erst seit wenigen Tagen gelte. Ob sie inzwischen in allen Filialen von Micro Center angewandt wird, ist allerdings nicht bestätigt. Eine öffentliche Mitteilung des Händlers zur Einführung des Formulars gibt es bislang ebenfalls nicht.
Der ungewöhnliche Papierkram fällt in eine Zeit, in der US-Behörden verstärkt gegen die Umgehung von Exportkontrollen für leistungsfähige Rechenhardware vorgehen. Erst am 1. Oktober meldete das US-Justizministerium die Festnahme eines kalifornischen Firmeninhabers. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2023 und 2024 exportbeschränkte Server im Wert von mehr als 300 Millionen US-Dollar über Malaysia und Singapur nach China geschleust zu haben. Eine Verbindung zwischen diesem Verfahren und der neuen Praxis bei Micro Center ist nicht bekannt.
Auch GeForce-Grafikkarten geraten immer wieder in den Fokus. MSI stellte bereits 2025 klar, dass die reguläre GeForce RTX 5090 in China nicht über autorisierte Vertriebskanäle angeboten werde. Dort setzt der Hersteller stattdessen auf angepasste Varianten wie RTX 5090 D und RTX 5090 D V2.
Der geschilderte Fall bedeutet allerdings nicht, dass das von Micro Center verwendete Formular selbst von US-Behörden vorgeschrieben wäre. Die Exportbestimmungen unterscheiden nach Produkt, Ziel, Endnutzer und Einsatzzweck. Für eine Pflicht, beim Kauf einer RTX 5090 grundsätzlich genau diese Erklärung zu unterschreiben, gibt es bislang keinen Beleg. Micro Center scheint damit vielmehr auf Nummer sicher gehen zu wollen – und macht den Kauf einer Gaming-Grafikkarte zumindest in einzelnen Filialen zu einem Vorgang mit erstaunlich viel Papierkram.
Die GeForce-Treiber unterstützen sämtliche aktuellen Nvidia-Grafikkarten.