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„Wir können uns keine sinkenden Metacritic-Wertungen leisten“: Sonic-Team-Chef spricht über den Erfolgsdruck
Sega investiert nach den jüngsten Erfolgen wieder deutlich mehr Geld in die Marke. Doch laut Produzent Takashi Iizuka steigt damit auch der Druck enorm.
Erfolg macht die Arbeit nicht unbedingt entspannter. Das bekommt derzeit auch das Sonic Team zu spüren. Nachdem Segas blauer Igel einige schwierige Jahre hinter sich gelassen hat und die Marke inzwischen wieder deutlich stärker dasteht, sind nicht nur die Budgets gewachsen. Laut Serienproduzent Takashi Iizuka sind auch die Erwartungen an neue Sonic-Spiele gestiegen.
Takashi Iizuka ist ein langjähriger Entwickler-Veteran bei Sega und prägt das Sonic Team bereits seit den 1990er Jahren. Als Serienproduzent überwacht er heute maßgeblich die strategische und spielerische Ausrichtung der gesamten Marke.
Im Gespräch mit Automaton wurde Iizuka darauf angesprochen, warum die Wertungen der jüngeren Sonic-Spiele weniger stark schwanken als noch bei früheren Veröffentlichungen. Seine Antwort fällt erstaunlich nüchtern aus: Geld spielt eine entscheidende Rolle.
Als die Marke Sonic schlechter dastand, habe Sega schlicht weniger Geld in einzelne Spiele investieren können. Die Entwickler hätten entsprechend mit den vorhandenen Mitteln auskommen müssen. Inzwischen seien die Erwartungen an die Reihe gestiegen, gleichzeitig stünden den Teams aber auch deutlich mehr Ressourcen zur Verfügung.
Das betrifft nicht nur die eigentlichen Entwicklungsbudgets. Auch die Teams selbst seien gewachsen. Gerät ein Projekt beispielsweise bei seinem Zeitplan in Schwierigkeiten, können laut Iizuka mittlerweile Entwickler aus anderen Bereichen aushelfen. Dadurch lasse sich die Qualität halten, ohne zwangsläufig den Veröffentlichungstermin verschieben zu müssen.
Die komfortablere Ausgangslage hat allerdings ihren Preis. Denn mit höheren Budgets und größeren Teams steigt auch der Anspruch an das Ergebnis.
„Wir können uns keine sinkenden Metacritic-Wertungen leisten“, sagt Iizuka. Entsprechend sei der Druck gewachsen, Spiele zu entwickeln, die hohe Wertungen erreichen. Gleichzeitig müsse das Team ständig abwägen, welchen Aspekten bei der Entwicklung Priorität eingeräumt werde.
Dabei profitieren die Spiele inzwischen auch vom Erfolg Sonics außerhalb der klassischen Videospielwelt. Besonders die Kinofilme hätten die Bekanntheit der Marke deutlich gesteigert und wiederum mehr Menschen zu den Spielen gebracht, erklärt Iizuka.
Für Sega ergibt sich daraus im Idealfall ein Kreislauf: Erfolgreiche Filme und andere Medienproduktionen machen Sonic bekannter, höhere Spieleverkäufe bringen mehr Geld ein und dieses kann anschließend in die Entwicklung neuer Titel fließen. Die Multimedia-Projekte würden den Spielen zudem keine Entwickler wegnehmen. Für Filme oder Anime greife Sega nicht auf die Ressourcen der eigentlichen Entwicklerteams zurück.