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Kingdom Hearts Collection [I–III] umfasst beinahe die gesamte Serie, macht aber nicht ganz glücklich
Eine Sammlung von drei Sammlungen: Perfekt, um die Erinnerung aufzufrischen – ein paar Spiele und moderne Remaster fehlen aber.
Leute, Leute! Wenn man nicht schon in dieser Serie drinsteckt, ist es verdammt schwer, sich mal eben reinzudenken. Und damit meine ich nicht die famos verschachtelte Erzählung. Um die wird es hier nicht gehen, denn ich habe als relativer Neuling natürlich nicht sieben komplette Action-Adventures durchgespielt sowie drei weitere angeschaut, die hier lediglich als Video-Zusammenschnitt existieren.
Falls ihr Kingdom Hearts nicht kennt: Die langjährige Serie vereint Charaktere von Disney und Square Enix in Abenteuern, die meist den zentralen Protagonisten Sora, aber auch andere Figuren durch verschiedene Welten der Disney- und Square-Enix-Universen führen. Kingdom Hearts erinnert daher an einen Themenpark, in dem aber eine übergreifende, wenn auch stark verschachtelte Geschichte erzählt wird.
Ich spiele vielmehr auf die... interessante Namensgebung an, dank der man als Einsteiger nie so ganz weiß, wo man sich eigentlich befindet. Wobei die drei zentralen Teile der Serie immerhin klar beziffert sind: Kingdom Hearts, Kingdom Hearts 2 und Kingdom Hearts 3 – gut! Die meisten Abenteuer tragen allerdings nicht eine solche Zahl im Titel, sondern geben in keiner Form zu erkennen, an welcher Stelle der Zeitlinie man sie einsortieren sollte.
Und jetzt kommt das für die hiesige Collection Entscheidende: Im Grunde nimmt einem Square Enix dieses Einsortieren inzwischen ab, da die Spiele bereits vor Jahren als HD-aufpolierte Sammlungen neu veröffentlicht wurden, in denen sie entsprechend ihrer Ära sortiert sind. So enthält Kingdom Hearts HD 1.5 Remix das allererste Spiel sowie dazugehörige Ableger beziehungsweise Fortsetzungen, während Kingdom Hearts HD 2.5 Remix den zweiten Teil samt Gefolge und Kingdom Hearts HD 2.8 Final Chapter Prologue noch den Rest von dessen Gefolge enthält.
Lasst euch nicht davon in die Irre führen, dass die Versionsnummern oberhalb der ganzen Zahlen liegen, dass ein „Remix“ hintendran hängt und dass da im Fall von 2.8 sogar „Final Chapter Prologue“ steht: Das sind die einzigen jemals veröffentlichten Sammlungen! Es gibt keine Collection ohne HD oder ohne Remix, keinen zweiten Teil der zweiten Collection ohne Prolog und so weiter. Wenn also die am 8. Oktober erscheinende Kingdom Hearts Collection [I-III] diese drei Sammlungen enthält sowie Kingdom Hearts 3 samt DLC, dann ist dort alles drin, was von der Serie heute spielbar ist.
„Heute spielbar“? Ja, denn es gibt Ausnahmen. Wobei ich es vor allem bedauerlich finde, dass Square Enix auf das recht aktuelle Melody of Memory verzichtet. Klar, das ist im Gegensatz zu den Action-Adventures ein Rhythmusspiel. Das alleine scheint mir allerdings nicht Grund genug, es von einer so umfassenden Sammlung auszuschließen. Hätte man die römischen Ziffern am Ende nicht einfach weglassen und das Spiel hinzufügen können?
Vor allem aber ist es schade, dass gleich drei Spiele lediglich als nacherzählte Filme präsentiert werden, da Square Enix den zweiten Bildschirm der Nintendo-DS-Titel Kingdom Hearts 358/2 Days und Kingdom Hearts Coded sowie das Browserspiel Kingdom Hearts X beziehungsweise seine spätere Version Union χ Dark Road nicht auf herkömmliche Plattformen übertragen wollte. Alle drei existieren innerhalb der HD-Kollektionen und damit auch in der aktuellen Collection [I-III] lediglich als nacherzählte Videos und Texteinblendungen – wobei man bei 358/2 und Coded von Beginn an sämtliche Kapitel anwählen darf, während man sie bei Dark Road beim Anschauen leider erst freischalten muss.
Nun hat der Publisher ohnehin nicht den größten Aufwand betrieben, um die teils sehr alten Spiele zeitgemäß aufzubereiten. Dass die Augen dank höherer Auflösungen auch auf einem 4K-Display nicht über Pixeltreppen steigen müssen, ist natürlich klasse. Die Grafik ist außerdem durchgehend flüssiger und dadurch insgesamt viel besser lesbar, als sie es in den Originalen war,