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"Hallo" statt "Privjet": An Lettlands Schulen ist Russisch verboten
Lettland will sich sprachlich stärker nach Europa orientieren - seit diesem Schuljahr darf Russisch an Schulen nicht mehr als Fremdsprache unterrichtet werden. Besonders populär wird stattdessen: Deutsch.
"Hallo! Guten Tag!" - viel mehr Deutsch können die Fünftklässler an der Schule in Adazi bei Riga noch nicht. Erst seit ein paar Wochen lernen sie Deutsch als zweite Fremdsprache. Heute stehen die Farben auf dem Lehrplan.
Deutsch hat in Lettland zwar eine lange Tradition. Lange aber war Russisch als zweite Fremdsprache deutlich verbreiteter. Das ändert sich jetzt grundlegend.
Seit diesem Schuljahr darf Russisch an lettischen Schulen nicht mehr als Fremdsprache unterrichtet werden. Die Reform ist Teil einer Entwicklung, mit der sich Lettland stärker von Russland entfernen und zugleich stärker an Europa orientieren will.
Weltspiegel
15.03.2026
Wer als russischer Staatsbürger dauerhaft in Lettland bleiben möchte, muss eine Sprachprüfung bestehen - sonst droht die Ausweisung.
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Lettland war bis 1991 Teil der Sowjetunion. Russisch wurde damals zur dominierenden Sprache in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens. "Russisch war eigentlich nie unsere freie Wahl", sagt Ieva Silina, stellvertretende Bildungsministerin Lettlands. "Wir waren 50 Jahre lang besetzt, und Russisch wurde uns einfach aufgezwungen."
Jetzt wolle Lettland einen Schlussstrich ziehen. Das Land sei Teil Europas, und das solle sich auch im Bildungssystem widerspiegeln.
Doch bis heute spricht ungefähr ein Drittel der Menschen in Lettland zu Hause Russisch: Auch im Alltag, bei Gesprächen in Cafés und Geschäften, ist die Sprache präsent.
Doch spätestens seit Russlands Angriff auf die Ukraine 2022 versucht die lettische Regierung, sich maximal von allem zu distanzieren, was mit dem östlichen Nachbarland zu tun hat. Die Sorge ist groß, dass Russland in einigen Jahren versuchen könnte, auch das Baltikum zu überfallen.