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Sammelklage gegen McDonald’s: KI-Preise sollen Kartellrecht verletzen
Ein US-Verbraucher wirft McDonald's vor, über eine KI-gestützte Pricing-Engine Menüpreise zwischen Franchisenehmern abzustimmen und Kartellrecht zu verletzen.
Ein Verbraucher in den USA hat McDonald's in Chicago per Sammelklage verklagt: Der Konzern koordiniere über ein KI-gestütztes Preissystem die Menüpreise seiner Restaurants und verstoße damit gegen US-Kartellrecht. Laut Klageschrift (Aktenzeichen 1:26-cv-12149, eingereicht am 2. Oktober beim Bundesgericht für den Nördlichen Bezirk von Illinois) fließen die nicht öffentlichen Verkaufsdaten von Franchisenehmern und Eigenbetrieben in ein zentrales System für Preisempfehlungen, welche die eigentlich unabhängigen Franchisenehmer übernehmen sollten. McDonald's weist die Vorwürfe zurück: KI lege keine Preise fest, die Franchisenehmer entschieden selbst, und Werkzeuge zur Ermittlung von Preisempfehlungen seien branchenüblich.
Rund 95 Prozent der etwa 14.000 McDonald's-Restaurants in den USA gehören laut Klage unabhängigen Franchisenehmern, den Rest betreibt der Konzern selbst. In Deutschland ist das Verhältnis ähnlich: Nach Angaben von McDonald's liegt der Franchiseanteil bei 94 Prozent. Gebietsexklusivität gibt es in den USA nicht: Die Franchisenehmer konkurrieren mit Nachbarfilialen und mit den Eigenbetrieben von McDonald's. Auf diese Doppelrolle stützt die Klage den Vorwurf, es handle sich um Absprachen zwischen Wettbewerbern. McDonald’s setzt erklärtermaßen schon seit Jahren auf KI, um sein Geschäft zu optimieren.
Kläger Michael Thomas aus DeKalb, Illinois, hat diese Vorgehensweise satt und wirft McDonald's unzulässige Preisabsprachen und den Austausch wettbewerblich sensibler Informationen vor, außerdem Verstöße gegen das Kartell- und Verbraucherschutzrecht von Illinois. Gefordert wird dreifacher Schadenersatz, für Illinois zusätzlich die Herausgabe von Gewinnen. Thomas strebt eine landesweite Sammelklage im Namen von potenziell Millionen von McDonald's-Kunden an. Die Klage stützt sich weitgehend auf einen Medienbericht und auf Investorenunterlagen von McDonald's.
Das System für die Preisfindung soll laut Klage bereits seit mindestens 2019 im Einsatz sein. Es verarbeite Transaktionsdaten aus Millionen täglicher Vorgänge in Eigenbetrieben sowie Franchise-Restaurants und erzeuge daraus Preisempfehlungen für einzelne Artikel in einzelnen Restaurants. Das vorgegebene Kassensystem übertrage die Daten an McDonald's. Die Franchise-Verträge setzten dem Zugriff des Konzerns keine Grenzen, während Franchisenehmer ihre Verkaufsdaten ohne Zustimmung nicht an Dritte weitergeben dürften. Damit sei McDonald's der einzige Kanal, über den die Daten eines Franchisenehmers den Preis eines Konkurrenten beeinflussen könnten.
Wie stark die Preise voneinander abhängen, zeige eine Regel, die die Nachrichtenagentur Reuters beschreibt: Die Engine empfehle Preiserhöhungen unter anderem dann, wenn ein Artikel in mindestens 30 Prozent der Filialen zuletzt teurer geworden sei. Ob ein Franchisenehmer erhöhen soll, hänge damit vom Verhalten seiner Konkurrenten ab.
Für die Engine zahlten Franchisenehmer zwar eine jährliche Gebühr, die formal optional sei, de facto aber erwartet werde. Seit Januar 2026 müssten sie sich laut Klage „konstruktiv“ mit dem Preisberater und den Tools auseinandersetzen. McDonald's erfasse Abweichungen von den Empfehlungen und das fließe in Entscheidungen über Vertragsverlängerungen und Expansion ein. Franchisenehmer, die sich nicht fügten, müssten also um ihr Geschäft fürchten.
Der Schaden für die Verbraucher ist in der Klageschrift nur knapp belegt. Thomas verweist auf eigene Beobachtungen: Er habe in nahe beieinander liegenden Filialen unterschiedliche Preise für dieselben Artikel gezahlt. Hinzu kommt McDonald's eigene Angabe, die Menüpreise seien zwischen 2019 und 2024 im Schnitt um rund 40 Prozent gestiegen. Die Klage setzt das mit dem Einsatz der Engine in Verbindung, McDonald's hatte den Anstieg gegenüber Kunden mit Kosten begründet.
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