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Webb-Teleskop zeigt turbulente Sternjets in einem Nebel
Das James-Webb-Weltraumteleskop hat in der rund 3.300 Lichtjahre entfernten Sternenwiege NGC 7129 zahlreiche zuvor im Staub verborgene junge Sterne sichtbar gemacht. Die hochaufgelöste Infrarotaufnahme zeigt zugleich, wie ältere Jungsterne Gas fortblasen und aufheizen, während tiefer in der Wolke neue Protosterne mit ihren Ausflüssen weitere Schockfronten erzeugen.
Greenbelt (U.S.A.). Sterne entstehen in kalten, dichten Wolken aus Gas und Staub und bleiben gerade in ihren frühesten Entwicklungsphasen im sichtbaren Licht oft verborgen. Infrarotlicht kann solche Wolken deutlich besser durchdringen und macht dadurch Vorgänge sichtbar, die sich tief im Inneren einer Sternenwiege abspielen.
Eine neue Aufnahme des James-Webb-Weltraumteleskops zeigt dies besonders deutlich in NGC 7129 im Sternbild Kepheus, rund 3.300 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Region vereint Sterne in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien, sodass Webb nicht nur einzelne junge Sterne abbildet, sondern auch ihre unmittelbaren Wechselwirkungen mit dem Gas, aus dem weitere Sterne entstehen.
Die am 17. Dezember 2025 mit der Near-Infrared Camera (NIRCam), der Nahinfrarotkamera von Webb, gewonnenen Daten zeigen viele Sterne und Protosterne, die in früheren Aufnahmen teilweise vom Staub verdeckt waren. Mehrere Infrarotfilter wurden zu einem Farbbild kombiniert, dessen Farben nicht dem Eindruck des menschlichen Auges entsprechen, sondern verschiedene Wellenlängen und damit unterschiedliche Bestandteile der Region markieren.
Im Zentrum fällt der junge Stern LkH(alpha) 234 auf, der etwa fünf bis acht Sonnenmassen besitzt und sich noch vor der Hauptreihenphase befindet. Solche Sterne haben den größten Teil ihrer Masse bereits angesammelt und ziehen sich unter ihrer eigenen Schwerkraft weiter zusammen, bevor die dauerhafte Wasserstofffusion im Kern einsetzt.
Links von LkH(alpha) 234 erstreckt sich eine etwa 3,5 Lichtjahre große Höhlung, die Ausflüsse aus einer früheren Entwicklungsphase des Sterns in die dichte Molekülwolke gegraben haben. Gleichzeitig regt die Strahlung des Sterns das Gas an, sodass ein Teil fortgeblasen wird, während ein anderer Teil zusammengedrückt wird. Dadurch können lokal erneut Bedingungen entstehen, unter denen weitere Sterne geboren werden.
Auch andere junge Sterne in dieser Höhlung treiben Materie nach außen, deren Sternwinde auf das umgebende Gas treffen und bogenförmige Stoßfronten erzeugen. Zusammen schaffen die Sterne eine heiße Grenzzone zu kälterem Molekülgas, in der energiereiche Strahlung molekularen Wasserstoff in einzelne Atome zerlegt.
Auf der rechten Bildseite dominiert dagegen kühleres und dichteres Material, in dem jüngere Protosterne noch tief in ihren Geburtswolken sitzen. Während sie weiter Materie aufnehmen, schleudern sie gleichzeitig heißes Material nach außen, das beim Auftreffen auf die umgebenden Wolken Schocks erzeugt und das Gas erhitzt. Im aufbereiteten Infrarotbild erscheinen diese Bereiche rötlich und stark strukturiert.
Mehrere solcher Ausflüsse überlagern sich aus Sicht der Erde, wodurch die Region besonders unruhig wirkt. Webb trennt die feinen Strukturen wesentlich besser als frühere Beobachtungen mit dem inzwischen außer Betrieb genommenen Spitzer-Weltraumteleskop und macht Gasfilamente, Stoßfronten sowie zahlreiche Hintergrundgalaxien deutlicher sichtbar.
Die Aufnahme liefert damit ein räumlich dichtes Bild verschiedener Phasen der Sternentstehung, in dem ältere Jungsterne ihre Umgebung bereits verändern und teilweise ausräumen, während in benachbarten dichten Wolken noch neue Protosterne wachsen. Weitere Analysen der Webb-Daten sollen zeigen, wie diese stellaren Rückkopplungen die Entwicklung der Gaswolke und damit die nächste Generation von Sternen beeinflussen.