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Hunde und Besitzer bewegen sich nachts oft im Gleichklang
Wenn Hund und Mensch die Nacht unter einem Dach verbringen, bewegen sie sich häufig fast gleichzeitig. Eine vierwöchige Beobachtungsstudie zeigt nun, dass die nächtliche Aktivität beider Partner eng zusammenhängt, ohne dass gemeinsames Schlafen im Bett die gemessene Schlafdauer oder Schlafeffizienz der Besitzer messbar verschlechterte. Allerdings war die Stichprobe klein und auf zwei Hunderassen beschränkt.
Durham (U.S.A.). Hunde passen viele ihrer Aktivitätsmuster an den Alltag ihrer Besitzer an, und auch ihr Ruheverhalten orientiert sich stark an menschlichen Routinen. Ob diese enge Abstimmung auch nachts gilt und ob ein Hund im Bett den menschlichen Schlaf tatsächlich stört, ist weniger klar, denn frühere Untersuchungen kamen bei objektiven Messungen und der persönlichen Einschätzung der Schlafenden teils zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Forscher der Duke University um Ming Fei Li haben deshalb die nächtliche Aktivität von 25 erwachsenen Hundebesitzern aus dem Süden Ontarios und ihren insgesamt 38 Hunden untersucht. Über rund vier Wochen trugen die Menschen Bewegungssensoren am Handgelenk, während die Hunde vergleichbare Sensoren am Halsband trugen. In die Studie kamen ausschließlich Huskys und Malamutes im Alter von zwei bis zwölf Jahren.
Für die objektive Schlafanalyse der Menschen wertete das Team 777 Nächte aus, bei den Hunden gingen 1.093 Nächte in die Aktivitätsanalysen ein. Zwei Mensch-Hund-Paare wurden wegen unvollständiger Messdaten ausgeschlossen, sodass für den direkten zeitlichen Vergleich 36 Paare zur Verfügung standen.
Die Sensoren erfassten Bewegungen in einminütigen Abschnitten und erlaubten bei den Menschen unter anderem die Bestimmung der gesamten Schlafzeit und der Schlafeffizienz. Für Hunde ist das verwendete Messgerät dagegen nicht für eine sichere Unterscheidung zwischen physiologischem Schlaf und Wachzustand validiert, weshalb die Forscher bei ihnen bewusst von Aktivität und Inaktivität und nicht von gemessenem Schlaf sprechen.
Über die Nächte hinweg war die gesamte Aktivität der Hunde positiv mit der Aktivität ihrer Besitzer verbunden, sodass Nächte mit mehr Hundebewegung im Mittel auch mit mehr menschlicher Bewegung einhergingen. Die Analyse zeigt damit eine statistische Kopplung, sie belegt aber noch nicht, dass die Bewegung des einen Partners die Bewegung des anderen verursacht hat.
Besonders deutlich wurde die zeitliche Nähe in der Minutenanalyse, bei der die Forscher bei 22 der 36 untersuchten Mensch-Hund-Paare ein erkennbares Muster gekoppelter Aktivität innerhalb eines Zeitfensters von fünf Minuten fanden. In zehn dieser 22 Paare setzte die menschliche Aktivität vor der des Hundes ein, in vier Fällen war es umgekehrt, während sich bei acht Paaren Mensch und Hund innerhalb derselben Minute bewegten.
Damit trat menschliche Bewegung häufiger vor der Aktivität des Hundes auf als umgekehrt. Wer dabei tatsächlich wen aufweckte oder störte, lässt sich aus den Bewegungsdaten aber nicht ableiten, weil eine Bewegung beispielsweise auch bloßes Umdrehen im Bett sein kann und bei den Hunden selbst kleine Bewegungen während des Schlafs als Aktivität erfasst wurden.
Ob ein Hund im Bett schlief, hatte in dieser Stichprobe keinen signifikanten Einfluss auf die objektiv gemessene Schlafdauer oder Schlafeffizienz der Menschen. Auch die untersuchten Haushalts- und demografischen Faktoren erklärten diese beiden Schlafmaße nicht signifikant, was gegen einen großen messbaren Effekt des gemeinsamen Bettschlafs in dieser kleinen Gruppe spricht.
Bei der subjektiven Schlafqualität zeigte sich dagegen ein mögliches Signal, denn Menschen mit mehr als einem Hund berichteten im Pittsburgh Sleep Quality Index, einem standardisierten Fragebogen, über schlechteren Schlaf als Teilnehmer mit nur einem Hund. Dieser einzelne Zusammenhang war statistisch signifikant, das gesamte Modell schnitt jedoch nicht signifikant besser ab als ein Modell ohne diese Einflussfaktoren, weshalb der Befund vorsichtig interpretiert werden