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Orchester der Gesundheitsdigitalisierung: „Wer dirigiert hier eigentlich wen?“
Auf dem TI-Summit skizziert das BMG die Zukunft: mehr Funktionen für die ePA, Datennutzung für Forschung und eine stabilere Telematikinfrastruktur.
Dr. Florian Fuhrmann (Vorsitzender der Gematik-Geschäftsführung), Philipp Müller (Leiter der Abteilung für Digitalisierung und Innovation im Gesundheitsministerium) und Susanne von Hopffgarten (Moderation).
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Philipp Müller wollte beim TI-Summit, der sich mit Themen rund um die Telematikinfrastruktur befasst, nicht nur darüber sprechen, was in der Gesundheitsdigitalisierung noch nicht funktioniert. Der Abteilungsleiter für Digitalisierung und Innovation im Bundesgesundheitsministerium wies auch auf das Erreichte hin: die 73 Millionen angelegten elektronischen Patientenakten (ePA), rund 42 Millionen geöffnete elektronische Medikationslisten und rund 1,6 Milliarden verschickte E-Rezepte. Hinzu kommen mehr als 500 Millionen elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die über die Telematikinfrastruktur (TI) übermittelt wurden. „Jetzt müssen wir überlegen, ob das gut oder schlecht ist“. Gut sei jedenfalls, dass der Prozess nicht mehr auf Papier laufe.
Mit Blick auf das Forschungsdatenzentrum Gesundheit und die ePA sagte Müller: „Dann beneiden uns auch einige andere Länder um diesen Datenschatz, den wir da haben“. Das hatte vor Jahren bereits der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach gesagt. Ausruhen wolle sich das Ministerium darauf nicht.
Mit dem geplanten Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) will das Ministerium die nächste Entwicklungsstufe vorbereiten. Das Kabinett hat den Entwurf im Juli beschlossen, bald berät der Bundestag in erster Lesung darüber. Müller nannte die TI „das Rückgrat, die Lebensader, das Lebenselixier für alles, was ankommt“. Er beschrieb zwei Aufgaben, die zusammengehören: Die Technik muss stabil funktionieren, und die Anwendungen müssen einen spürbaren Mehrwert schaffen.
Ein Schwerpunkt sei die elektronische Patientenakte (ePA). Als erste verpflichtende Zusatzanwendung nannte er in seiner Keynote eine digitale Impfübersicht. Sie soll Versicherte auf Basis der Abrechnungsdaten an wichtige Impfungen erinnern. Auch Krankenkassen sollen eigene Zusatzfunktionen für die ePA anbieten können. Schon heute sieht Müller einen Nutzen auch für Versicherte, die nicht chronisch krank sind, etwa beim Blick darauf, was abgerechnet wird.
Was Müller als Gesundheitsdaten-Ökosystem beschreibt, wird mit den Plänen für das Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ) deutlich. Dort liegen bereits seit Jahren die Abrechnungsdaten der gesetzlichen Krankenversicherung vor. Künftig sollen sie mit Genom- und Krebsregisterdaten verknüpft werden. Damit habe man „zum ersten Mal die Möglichkeit, wirklich auf einen sehr breiten Datenschatz“ zuzugreifen. Laut Müller können ab Oktober außerdem ePA-Daten an das FDZ ausgeleitet werden. Auf Rückfrage von heise online erklärte er, dass dies zunächst nur theoretisch möglich sei, praktisch werde es erst später so weit sein. Sechs Wochen vorher müssen die Krankenkassen ihre Versicherten über die Ausleitung informieren. Viele Krankenkassen wollen ab Ende Oktober informieren. Anfang 2027 sollen beim FDZ die ersten ePA-Daten vorliegen, zuerst die aus der elektronischen Medikationsliste.
„Unsere Vision ist, dass wir den EHDS so umsetzen, dass er ein Mehrwert ist für alle Beteiligten“, konstatierte der BMG-Abteilungsleiter. Nach seinen Angaben wurden beim FDZ in den vergangenen Jahren bereits mehr als 100 Anträge auf Datennutzung gestellt, einige davon sind schon genehmigt. Je ein Drittel der Anträge komme aus der Industrie, von den gesetzlichen Krankenkassen und aus der Wissenschaft.
Auch bei der Patientensteuerung sollen vorhandene Abläufe nicht einfach digital nachgebaut werden. E-Überweisung, digitale Ersteinschätzung und digitale Terminvermittlung sollen als „D