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Bodenanalysen deuten auf Ackerbau im Maya-Gebiet vor 6.000 Jahren hin
Alte Felder, neue Spur: Im Süden von Belize deutet eine Kombination aus Bodenanalysen, Pollen und Holzkohle auf Landwirtschaft an Feuchtgebieten schon vor rund 6.000 Jahren hin. Später verlagerte sich der Anbau zunehmend an höher gelegene Hänge. Die Forscher vermuten, dass schwankende Niederschläge und eine wachsende Bevölkerung diesen Wandel begünstigten.
Albuquerque (U.S.A.). Die Hochkultur der Maya ist für ihre mächtigen Städte und Tempel bekannt. Doch die Geschichte des Ackerbaus in dieser Region reicht weit hinter deren Entstehung zurück. Wie die damaligen Menschen Felder anlegten und auf ein wechselhaftes Klima reagierten, lässt sich nur aus wenigen erhaltenen Spuren rekonstruieren.
Besonders schwierig ist der Nachweis früher Maisfelder. Von den Pflanzen selbst bleibt in tropischen Böden oft wenig erhalten. Dagegen können winzige Pollenkörner, verkohlte Pflanzenreste und die chemische Zusammensetzung alter Bodenschichten Hinweise darauf liefern, wann und wo Menschen Nutzpflanzen anbauten.
Forscher der University of New Mexico (UNM) um Prof. Keith M. Prufer haben dafür Sedimentkerne und Bodenprofile aus dem Einzugsgebiet des Rio Blanco im Süden von Belize untersucht. Die Proben stammen vom Flussufer, aus dem Feuchtgebiet Agua Caliente und von einem Hang nahe der späteren Maya-Stadt Uxbenká. Ihr Alter ermittelte das Team mithilfe von Radiokarbondatierungen.
In den Uferböden des Rio Blanco entdeckten die Forscher eine charakteristische Veränderung des Kohlenstoffs. Diese Isotopensignatur weist auf sogenannte C4-Pflanzen hin, zu denen auch Mais gehört. Zusammen mit Holzkohleresten und archäologischen Spuren spricht dies nach Ansicht des Teams für Feldbau am Rand feuchter Flusslandschaften bereits vor rund 6.400 bis 6.000 Jahren.
Solche Standorte boten den frühen Bauern einen Vorteil: Auch wenn Regen ausblieb, blieb der Boden durch die Nähe zu Gewässern vergleichsweise feucht. Die Forscher vermuten, dass Menschen dort zunächst in kleinerem Maßstab anbauten und zugleich Wildpflanzen sammelten sowie Tiere jagten. Der Mais spielte damals wohl noch nicht dieselbe zentrale Rolle wie in späteren Jahrtausenden.
Ein zweiter Hinweis stammt aus dem nahe gelegenen Sumpfgebiet Agua Caliente. Dort fanden die Wissenschaftler in jüngeren Sedimenten Maispollen sowie Spuren von Rodungen und Bränden. Die verschiedenen Fundorte zeigen damit unabhängig voneinander, wie Menschen die Landschaft über lange Zeit zur Nahrungsgewinnung nutzten.
Doch die Landwirtschaft blieb nicht auf feuchte Niederungen beschränkt. An einem Hang bei Uxbenká untersuchte das Team mehrere unter jüngeren Schichten begrabene Bodenoberflächen. Die älteste davon ist etwa 3.500 Jahre alt. Ihre Zusammensetzung deutet darauf hin, dass spätestens damals auch höher gelegene Flächen landwirtschaftlich genutzt wurden.
Der Wechsel vollzog sich offenbar über viele Generationen. Während die Nutzung der Hänge zunahm, wurden Felder an Gewässern zunächst weiter bewirtschaftet. Vor etwa 2.400 bis 2.200 Jahren gingen die Spuren intensiver Landwirtschaft im untersuchten Feuchtgebiet deutlich zurück. Damit entwickelten sich die Hänge zunehmend zu wichtigen Anbauflächen und Siedlungsstandorten.
An steileren Lagen brachte der Ackerbau neue Schwierigkeiten mit sich. Regen konnte den Boden fortschwemmen, während Trockenzeiten die Wasserversorgung gefährdeten. Später schufen die Bauern deshalb vielerorts Terrassen, Erdwälle und andere Anlagen, um Boden und Feuchtigkeit besser zu halten. Welche Maßnahmen vor Ort wann üblich wurden, unterschied sich allerdings zwischen den Maya-Regionen.