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Jetzt rumst es im PC-Markt
Die PC- und Notebook-Verkäufe krachen um 20 Prozent ein. Für Interessierte könnten Rabattaktionen herausspringen.
Das traditionell starke dritte Quartal im Jahr hat sich für PC-Hersteller zu einem Flop entwickelt. Zwei unabhängige Marktforscher melden Rückgänge von 20 Prozent und mehr bei den Verkäufen von Desktop-PCs, Workstations sowie Notebooks. Sie vergleichen dabei das dritte Quartal 2026 mit dem dritten Quartal 2025. Aber auch sequenziell geht es untypischerweise um über neun Prozent bergab.
Grund sind die enormen Preissteigerungen beim Arbeitsspeicher und bei SSDs. Die Materialkosten sollen bei allen Gerätepreispunkten um mindestens 40 Prozent gestiegen sein. Arbeitsspeicher, SSDs und gegebenenfalls Grafikspeicher bei Geräten mit eigenständiger Grafikkarte machen inzwischen mindestens 36 Prozent der Materialkosten aus.
Der teure Speicher macht sich im PC-Markt erst verzögert bemerkbar, weil sich Händler im ersten Halbjahr noch mit Geräten eingedeckt haben. So wollten sie weiteren Preissteigerungen zuvorkommen. IDC und Omdia zählen die Verkäufe von Herstellern an Zwischenhändler und Shops mit, nicht nur jene an Endkunden.
Beide Marktforscher schließen Tablets und Server von ihren Zahlen aus. ARM-Geräte sind dabei, werden aber nicht separat aufgeführt. IDC kommt auf insgesamt 62,7 Millionen Verkäufe und damit 20,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Omdia nennt 58,1 Millionen verkaufte Geräte und folglich ein Minus von 21,2 Prozent.
Die drei Weltmarktführer trifft die schwache Nachfrage am härtesten. Lenovo auf Platz 1 verbucht ein Minus von fast 23 Prozent, HP von 31 Prozent und Dell von 25 Prozent. Die Stückzahlen liegen hier zwischen 7,6 Millionen und 15 Millionen (siehe Tabellen). Die Zahlen beider Marktforscher stimmen weitgehend überein; Unterschiede gibt es primär bei kleineren Herstellern, die unter „andere“ zusammengefasst sind.
Asus ist mit einem einstelligen Minus am wenigsten betroffen. Apples MacBook-Neo-Effekt verflüchtigt sich: Nach einem starken ersten Halbjahr steht jetzt ein Minus von 11,3 Prozent. Weil der Gesamtmarkt stärker schrumpft, steigt Apples Marktanteil dennoch.
Laut Omdia geht die Schere zwischen Desktop-PCs und Notebooks weiter auseinander: Erstere sind zuletzt um 23,5 Prozent auf 11,7 Millionen Stück gefallen. Notebooks landen nach einem Minus von 20,6 Prozent auf 46,4 Millionen Stück. Das Verhältnis liegt bei 1:4.
IDC hält kurzfristig mehr Rabattaktionen für möglich, weil Händler Angst vor hohen Lagerbeständen hätten. Das Preisniveau des Vorjahres erwarten die Marktforscher aber nicht. Die Verkäufe sollen in den nächsten Quartalen trotz Aktionen weiter zurückgehen. Omdia nennt konkret ein Minus von 24 Prozent im vierten Quartal 2026. Das entspräche knapp 58 Millionen Verkäufen und damit auch einem leichten sequenziellen Minus – trotz des eigentlich verkaufsstarken Weihnachtsgeschäfts. Für das Jahr 2027 prognostiziert der Marktforscher ein weiteres Minus von sieben Prozent.
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