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Ein Jahr brüchige Waffenruhe Gaza: "Der Krieg lässt uns nicht in Ruhe"
Ein Jahr nach der Waffenruhe im Gazastreifen leben viele Menschen weiter in Not, Hilfsorganisationen sichern ihr Überleben. Von der internationalen Politik fühlen sich die Menschen vergessen.
Fatima Abdel-Madschid Abu Ouda hält ein Tablet in die Kamera. Darauf ist ein dunkelgraues, zweistöckiges Haus mit einem flachen Dach zu sehen. "Das ist unser Zuhause, in dem wir früher gelebt haben und wir sind bereit, zu seinen Ruinen zurückzukehren", erzählt sie.
Die 62-Jährige sitzt auf dem Boden in einem weißen Zelt. An einem Haken an der Zeltwand hängt ein großer blauer Müllsack, daneben liegt eine rote Matte. Einem Reporter von Reuters erzählt sie, dass sie ihr eigentliches Zuhause wegen der israelischen Militäroffensive seit dem 7. Oktober 2023 verlassen musste.
Fatima Abdel-Madschid Abu Ouda bereitet vor ihrem Zelt in einem provisorischen Zeltlager in Gaza-Stadt Tee über einem Feuer zu. Ihr reicht es - sie möchte endlich ein Leben ohne Krieg.
Wie Abdel-Madschid Abu Ouda leben laut UN-Angaben etwa 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen in Zelten oder in Notunterkünften. Sie ist mit ihrer Familie in einem provisorischen Zeltlager in Gaza-Stadt unterkommen, der Boden ist sandig, zwischen den Zelten hängt Kleidung zum Trocknen.
"Den ganzen Sommer über haben wir in der Hölle gelebt, und jetzt, in der kalten Jahreszeit, leben wir in einer Art Gefriertruhe. Außerdem seien die Zelte völlig abgenutzt. "Ratten, Mäuse, Nagetiere, Insekten, all das - nachts können wir nicht schlafen", berichtet Abdel-Madschid Abu Ouda.
Bei einem Luftangriff im Gazastreifen sind nach Angaben von palästinensischen Rettungskräften mehrere Menschen getötet worden.
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Andere Menschen aus dem Gazastreifen berichten, dass sie wegen Angriffen der israelischen Armee nachts nicht schlafen können. Dabei herrscht seit einem Jahr offiziell eine Waffenruhe, trotzdem sind im vergangenen Jahr nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza mehr als 1.400 Palästinenser bei Angriffen getötet worden.
Amani Al Nauok vom Internationalem Roten Kreuz in Gaza sagt, dass die Waffenruhe für die Menschen zunächst ein Hoffnungsschimmer gewesen sei: "Aber sie wollen auch, dass der Waffenstillstand vor Ort umgesetzt wird, und sie wollen spürbare Verbesserungen in ihrem Alltag sehen. Und das ist ihnen wichtig."
Denn die Lebensbedingungen im Gazastreifen sind nach wie vor katastrophal. Al Nauok berichtet, wie schwer es für die Menschen sei, die Angehörige im Krieg verloren haben, die ständig den Trümmern und der Zerstörung um sie herum ausgesetzt seien.