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Warnsystem gegen Deepfakes: Tom Cruise in der Teams-Schalte
Videokonferenzen sind in Unternehmen längst Alltag. Doch in Zeiten von KI und Deepfakes geraten sie zunehmend in den Fokus von Cyberkriminellen. Forschende haben nun ein Warnsystem entwickelt.
Wenn Martin Steinebach interessierten Unternehmen einen Videocall mit seinem Deepfake-Detektor vorstellt, erntet er nicht selten ungläubiges Staunen. Denn der Mann, mit dem er da spricht, ist allen Anwesenden durch seine zahlreichen Actionfilme bekannt. Es ist der Schauspieler Tom Cruise.
Zugegeben: Hier und da sind die Kopfbewegungen des US-Stars etwas ruckelig, aber das kennt man ja bei Videokonferenzen. Dass der Mission Impossible-Held allerdings fließend Deutsch spricht, ist dann doch verwunderlich. Oder auch nicht.
Denn der Mann, der vor der Laptop-Kamera sitzt, ist nicht Tom Cruise, sondern Steinebachs Mitarbeiter Raphael Frick. Der Doktorand hat die Deepfake-Erkennung in Echtzeit maßgeblich mitentwickelt. Und das nicht in erster Linie zu Show-Zwecken.
Damit das Warnsystem, das am Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt von Martin Steinebachs Team entwickelt wurde, möglichst effizient reagieren kann, muss es die Fähigkeit besitzen, zwischen echt und falsch, zwischen realem Menschen und Deepfake zu unterscheiden - und das nahezu in Echtzeit. Denn nur so kann es dem potenziellen Opfer schon während der Konferenz den Betrugsverdacht melden.
So wie die Deepfake-Programme der Cyberkriminellen KI-generiert sind, nutzt auch das von den Forschern entwickelte Warnprogramm Künstliche Intelligenz (KI). Die KI analysiert Millionen von Daten der Fake-Programme oder am Institut selbst per KI erstellter Deepfakes - und lernt so eigenständig, wie sich echte Videobilder von gefälschten unterscheiden.
FAQ
29.09.2026
Wer zahlt die Schäden, wenn KI-Agenten in fremde IT eindringen? Teilweise ist das juristisches Neuland.
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Der Aufwand, mit dem Forscher solche Warnsysteme entwickeln, zeigt, wie groß die Gefahr mittlerweile geworden ist - und welch enormer wirtschaftlicher Schaden entstehen kann, wenn Warnmechanismen fehlen.
"Reale Betrugsfälle gibt es mittlerweile genug", sagt Steinebach. Weltweit bekannt wurde zum Beispiel ein Fall aus Hongkong, bei dem es Kriminelle in einer Videokonferenz mit einem Mitarbeiter geschafft hatten, den kompletten Vorstand zu imitieren und den Angestellten dazu zu brachten, 25 Millionen US-Dollar auf ein fremdes Konto zu überweisen.