// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Angriffe auf Saudi-Arabien: Huthis drohen mit weiterer Eskalation
Nach dem schweren Angriff auf den Flughafen von Riad drohen die Huthi mit einer weiteren Eskalation. Saudi-Arabien fühlt sich vom Partner USA im Stich gelassen und sucht neue Verbündete.
Im Huthi-Fernsehsender Al-Masirah werden weitere Drohungen verbreitet: Sollte der saudi-arabische Feind seine Einmischung im Jemen nicht einstellen, stehe "Schlimmeres" bevor, heißt es in einer verlesenen Erklärung des von der Huthi-Miliz besetzten Außenministeriums.
Die Miliz warnte zudem auf der Plattform X alle Fluggesellschaften, Experten, Arbeiter und Reisende, saudische Flughäfen zu meiden. Diese Gebiete seien - mit Ausnahme der heiligen Stätten Mekka und Medina - zu einem Gefechtsfeld der Huthi geworden.
Wacklige Handyvideos in Sozialen Netzwerken zeigen den Alptraum, den Reisende am Flughafen der saudischen Hauptstadt Riad am Wochenende offenbar erleben mussten: Menschen eilen durch eine zerstörte Abflughalle voller Rauch, Blutflecken auf dem Boden. Viel ist es nicht, was nach außen dringt - Saudi-Arabien versucht anscheinend, den Vorfall medial klein zu halten.
Dabei ist der Raketenangriff der bislang schwerste auf das Königreich seit Beginn des US-Iran-Kriegs: Viele Tote, mehr als 300 Verletzte, immer noch schweben Zivilisten in Lebensgefahr. Auch heute gab es wieder einen Angriff auf den Flughafen.
Der jüngste Angriff auf den Flughafen Riad ist der schwerste auf Saudi-Arabien seit Beginn des Iran-Kriegs.
mehr
Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis macht die Huthi-Miliz aus dem Jemen für die jüngsten Attacken verantwortlich. Es handele sich um ein Kriegsverbrechen, hieß es. Und jetzt drohe sich der Konflikt zu verschärfen, sagt Ahmed Sayyed Ahmed vom Al-Ahram Forschungsinstitut in Kairo:
"Meiner Ansicht nach wird dies zu einer weiteren Eskalation führen, da Saudi-Arabien - gemeinsam mit anderen Staaten - massiv auf die Huthi reagieren wird." Das bedeute, dass sich der Konflikt in der kommenden Zeit weiterentwickeln werde, so Ahmed.
Mehr als 130.000 Menschen sind im Jemen auf der Flucht - viele könnten folgen. Hintergrund ist der Vormarsch der Huthi.
mehr
Die Huthi sind mit Iran verbündet, sie kontrollieren Teile des Jemen. Saudi-Arabien unterstützt eine Gegenoffensive, um die Huthi im Nachbarland zurückzudrängen. Die Miliz antwortet mit Raketen und Drohnen - das ganze Wochenende über gab es immer wieder Beschuss Richtung Saudi-Arabien. Aber warum schafft es das eigentlich so reiche Königreich nicht, seine Flughäfen besser zu schützen?