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heise+ | Speicherchip-Knappheit: Warum DDR5 und NAND-Flash so teuer bleiben
Bei Arbeitsspeicher und SSDs vollzieht sich ein fundamentaler Wandel. Etablierte Hersteller wollen mehr Profit, neue drängen auf den Markt: ein Ausblick.
Die Gewinne der Hersteller von Speicherchips schießen dank KI-Boom durch die Decke. Die knappen Chips erzielen irre Preise: Im Verlauf eines Jahres stieg der Einzelhandelspreis für DDR5-Speichermodule um den Faktor 5 – und anders als bei Benzin und Diesel ist kein RAM-Rabatt in Sicht. Manche Chipfirmen verdienen wie verrückt: Im Vergleich zum Vorjahr wuchs etwa der Umsatz des US-Unternehmens Micron um rund 256 Prozent. Während die Firma 2023 noch Verluste einfuhr, betrug der Nettogewinn im Geschäftsjahr 2026 rund 85 Milliarden US-Dollar, Tendenz erheblich steigend. Die Produzenten von DRAM und NAND-Flash schwimmen also in Geld, geben es aber auch mit vollen Händen aus. Denn sie wollen den Markt grundlegend verändern – und das wirkt sich auch auf Endkunden aus, die Desktop-PCs, Notebooks, Smartphones, Fernseher oder andere Geräte kaufen.
Den Rückenwind durch die nie dagewesene Nachfrage nutzen auch junge Speicherchipfirmen aus China, um sich auf dem Weltmarkt zu etablieren. Und einige kleine taiwanische Hersteller wollen ebenfalls deutlich wachsen. Falls der KI-Hype nicht plötzlich zusammenbricht, wird sich der Markt der Speicherchips stark verändern. Dieser Artikel erklärt die Umwälzungen und deren Folgen für Endkunden, aber auch für Hersteller von IT-Geräten. Denn es ist absehbar, dass große Marken bessere Karten haben und kleinere Anbieter unter die Räder geraten können.
Der Zeitpunkt, zu dem sich Nachfrage und Produktionskapazität wieder die Waage halten, lässt sich nicht vorhersagen. Aber es ist klar, dass die Preise für Speichermodule und SSDs jahrelang höher bleiben werden, als sie es bis Mitte 2025 waren. Denn alle Speicherchipfirmen nutzen ihre neue Macht, um große Kunden langfristig mit Verträgen zu binden. Und dabei gilt das Recht des Stärkeren: Die Hersteller von KI-Hardware haben tiefe Taschen, weil wiederum ihre jeweiligen Kunden auf Teufel komm raus investieren. Alle anderen müssen sich hinten anstellen, also die Hersteller von Desktop-PCs und Notebooks, Smartphones und anderen Geräten. Und erst recht kleinere Firmen, die Komponenten für den Einzelhandel produzieren.
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