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1.000 Dollar am Tag - Entwickler verschuldet sich, um Steam-Demo zu seinem KI-Spiel zu retten
Die Spritztour mit der kleinen Schwester ist ganz schön teuer.
Normalerweise ist für Entwickler vor allem eine gute Nachricht, wenn ihre Demo auf Steam gut ankommt und viele Nutzer dadurch auf das eigene Spiel aufmerksam werden. Und wenn viele Leute das Spiel kennen, steigen die Chancen, dass es auch viel gekauft wird. So rückt für viele kleinere Entwickler auch eine finanzielle in Entlastung in Aussicht, die sicher einige Sorgen nimmt.
Genau anders herum verläuft es aber gerade bei einem Spiel namens »BF17 gescheitert: Meine kleine Schwester am Steuer« [Anm. d. Redaktion: BF 17 steht für »Begleitetes Fahren ab 17«]. Die Entwickler der Fahrsimulation kündigten an, aufgrund der hohen Spielerzahlen einen Kredit aufnehmen zu müssen, um die Demo des Spiels am Laufen halten zu können. Aber wie kann das sein?
Der Grund liegt im Spiel selbst, oder besser gesagt: darin, wie es funktioniert. In BF17 gescheitert schlüpft ihr in die Rolle eines erwachsenen Geschwisterkinds, das seiner kleinen Schwester das Autofahren beibringt. Da ihr selbst als Beifahrer nicht direkt eingreifen könnt, müsst ihr eurer Fahrschülerin per Stimme Anweisungen geben, auf die sie in Echtzeit reagiert.
Und genau hier liegt das Problem. Das Spiel nutzt dafür Googles Large-Language-Model (LLM) Gemini. Jede Spracheingabe, die von Spielerinnen und Spielern getätigt wird, wird in Echtzeit an die Sprach-KI geschickt und dort verarbeitet. Gemini generiert dann darauf aufbauend eine Reaktion, die wieder zurück gesendet wird.
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KI zerstört unsere Spiele nur, wenn wir es zulassen
Entwickler zahlen für diesen Dienst aber nicht pauschal, sondern pro verarbeitetem Token, also jede einzelne Anweisung der Spieler und jede Antwort des Sprachmodells darauf. Je mehr Spielerinnen und Spieler sich also mit der kleinen Schwester streiten, desto höher werden die Kosten. Da die kostenlose Demo aber gar kein Geld einspielt, bleiben die Devs darauf sitzen.
Im Laufe des letzten Monats hat sich die Zahl der Demo-Spieler mehr als verzwanzigfacht. Vielen Dank, dass ihr unserem Spiel weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt habt, als wir jemals erwartet hätten. Dieses Wachstum hat auch unsere Betriebskosten erheblich in die Höhe getrieben. Derzeit geben wir täglich über 1.000 Dollar für KI-Dienste für die Demo aus. [...]
Das liegt nicht daran, dass die Unterhaltung jedes einzelnen Spielers besonders teuer wäre. Die Gesamtkosten sind gestiegen, weil so viele Leute mitspielen, und wir haben einen Bankkredit aufgenommen, um den Betrieb der Demo aufrechtzuerhalten.
Dieser radikalen Schritt gehe man aber nur vorübergehend. Da das Team lediglich aus vier Leuten bestehe, behalte man sich vor, die Demo aufgrund des finanziellen Drucks vorzeitig zu beenden. Das Spiel selbst soll aber in jedem Fall erscheinen. Die KI-Kosten, die nach dem vollständigen Release entstehen, sollen im Kaufpreis von BF17 gescheitert eingepreist werden. Man plane jedoch nicht, dass Spielerinnen und Spieler zusätzlich Geld für Tokens ausgeben müssen.