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Xbox-Chefin will auf innovative neue IPs setzen und nicht immer wieder alte Franchises aufwärmen
Asha Sharma wünscht sich mutige Marken für die Zukunft. Jüngste Entlassungen bei Microsoft und der Fokus auf Zugpferde senden jedoch ein anderes Signal.
Xbox-Chefin Asha Sharma hat Berichten zufolge ihre Absicht verkündet, „neue, langlebige IPs zu erschaffen“. Das geschieht parallel zu den viel beachteten Plänen des Unternehmens, sich in Zukunft voll auf seine größten Gaming-Marken zu konzentrieren – denkt an The Elder Scrolls oder eben an Blizzard. Doch laut Sharma gilt auch: „Wir werden nicht überleben, wenn wir nur Vergangenes wiederaufwärmen.“
Sharma äußerte sich offenbar letzte Woche während eines firmenweiten Town-Hall-Meetings. Windows Central behauptet, entsprechende Transkripte davon gesehen zu haben. Wir haben Microsoft übrigens gebeten, dieses Meeting und die Echtheit der Dokumente offiziell zu bestätigen.
Dabei beließ es Sharma anscheinend nicht. Sie streute auch weitere Details zur Next-Gen-Konsole Project Helix ein und reflektierte über die „Rückkehr zum Wachstum“ nach dem „absoluten Tiefpunkt“ von Xbox.
„Wir stärken unsere erfolgreichsten Franchises“, sagte Sharma angeblich. „Ich möchte, dass unsere fantastischen Spiele zu globalen Milliarden-Marken heranwachsen. Gleichzeitig sollen wir auch in Zukunft beständige, neue IPs erschaffen. Wir werden nicht überleben, wenn wir nur die Vergangenheit wiederaufwärmen. Wir müssen neue Wege finden und den Mut aufbringen, frische IPs zu erfinden, die völlig neue Zielgruppen erschließen.“
Diese Ansage passt allerdings kaum zum aktuellen Kurs von Xbox. Die Trennung von Studios wie Double Fine und Compulsion – und vermutlich auch Arkane – sendet ein völlig anderes Signal. All diese Teams haben mit Spielen wie Keeper, South of Midnight, Dishonored und Deathloop bewiesen, dass sie völlig neue Ideen umsetzen können. Solche Schließungen wirken wie ein seltsamer Weg, um eine Kultur des kreativen Mutes zu etablieren. Auch der Umstand, dass ein so erfinderisches Studio wie Obsidian nun unter der Leitung von Bethesda an einem Fallout-Spiel arbeitet, spricht Bände. Für komplett originelle Ideen scheint dort schlicht kein Platz zu sein. Aber hey, zumindest investiert Xbox in Hideo Kojimas Physint, richtig? Richtig?!
Kürzungen bei id Software und Konsolidierungen in anderen Bereichen der Xbox-Gaming-Sparte zeichnen ein klares Bild: Das Unternehmen fokussiert sich massiv auf seine Zugpferde, anstatt neue, kreative Risiken einzugehen. Ein Blick auf das kommende Line-up unterstreicht das. Aktuell taugt eigentlich nur InXiles Clockwork Revolution – eines der beiden verbliebenen Xbox-Exclusives – als echter Kandidat für die Kategorie ‚große, neue Idee‘. Doch wird das Spiel stark genug sein, um eine langlebige Serie zu starten?
Währenddessen bangt das Studio hinter dem anderen Xbox-Exclusive, Gears of War: E-Day, nach dem Release um seine Zukunft – und das, obwohl der Titel offenbar ein voller Erfolg war. Der Grund dafür sind hunderte drohende Entlassungen, die Microsoft in der Xbox-Sparte weiterhin durchdrücken will. Die Ungewissheit ist dort allgegenwärtig.
Dom hat Gears of War: E-Day kürzlich für uns getestet und hatte unterm Strich richtig viel Spaß damit. „Es gibt zwar immer noch jede Menge hüfthohe Deckungen, dynamische Feuergefechte und stumpfes Macho-Gehabe“, schrieb Dom. „Doch Gears E-Day beweist, dass ein Blick zurück definitiv dabei helfen kann, den Weg nach vorn zu finden.“