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Satellitennetz: EU-Telecomriesen schmieden Allianz gegen Elon Musks Starlink
Mit Hilfe aus Paris und Brüssel wollen europäische Mobilfunker wie die Deutsche Telekom den Starlink-Vormarsch bei Satelliten-Direktverbindungen ausbremsen.
Die europäische Telekommunikationsbranche plant gemeinsam mit der Politik eine strategische Offensive, um im Zukunftsmarkt der Satellitenkommunikation nicht von Elon Musks Dienst Starlink abhängig zu werden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hatte schon beim jüngsten Raumfahrtgipfel in Paris gefordert, führende europäische Akteure müssten eine Allianz schmieden, um die kollektiven Satellitenkapazitäten des Kontinents zu stärken. Was damals als Appell für mehr europäische Souveränität verstanden wurde, entpuppt sich laut Politico nun als gezielter politischer Vorstoß gegen die wachsende Dominanz von Starlink im Bereich von Satelliten-Direktverbindungen zu Mobiltelefonen („Direct to Cell“).
Die Dynamik habe sich hinter den Kulissen zuletzt deutlich beschleunigt, schreibt Politico. So hätten sich etwa gerade die EU-Telekommunikationsminister im irischen Limerick getroffen, um über einen Gesetzesvorschlag zu beraten. Dieser würde europäischen Mobilfunkanbietern den Zugang zu begehrten Funkfrequenzen erleichtern.
Im Zentrum des Bündnisses stehen die Schwergewichte Deutsche Telekom, Orange, Vodafone und Telefónica. Sie sollen ihre Kräfte bündeln, um sich kritische Frequenzen zu sichern, die im kommenden Jahr im Zuge eines Vergabeverfahrens der EU-Kommission zur Disposition stehen. Die Brüsseler Regierungsinstitution prüft dabei, inwieweit sich das wertvolle Spektrum, über das sich Daten weiter senden lassen als auf höheren Frequenzen, primär für heimische Unternehmen reservieren lässt.
Die EU bereitet für 2027 die Neuzuweisung des wichtigen 2-GHz-Satellitenkommunikationsbandes vor. Der in Brüssel diskutierte Regulierungsrahmen zielt darauf ab, das Lizenzverfahren so zu gestalten, dass europäische Betreiber bevorzugt werden. EU-Abgeordnete haben dem Bericht nach deutlich gemacht, dass sich die globale Satellitenkommunikation nicht vollständig in Händen außereuropäischer Firmen abspielen dürfe. Entsprechende Initiativen trieben etwa Angelika Winzig als Verhandlungsführerin im EU-Parlament und Michał Kobosko von der Europäischen Volkspartei (EVP) voran, die mit Änderungsanträgen die Hürden für internationale Konkurrenten erhöhen wollten.
Michaël Trabbia von der französischen Orange-Gruppe bestätigte die Gespräche. Er betonte, dass der Konzern einen solchen Dienst unbedingt für die eigenen Kunden anbieten wolle und keinesfalls einen einzelnen dominanten Akteur dulden werde. Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica hielten sich zu den Plänen zunächst bedeckt. Aktuell kooperiert der Magenta-Konzern mit Starlink, um Weltraum-Handyempfang zu ermöglichen. Trotzdem soll die politische Rückendeckung in Brüssel bereits Wirkung zeigen.
Angesichts geopolitischer Konflikte und wachsender Sicherheitsanforderungen rückt die strategische Bedeutung des Weltraums stärker in den Fokus. Musk hat klargemacht, dass Starlink seine Vormachtstellung in der erdnahen Umlaufbahn ausbauen soll. Über diese in geringer Höhe kreisenden Satelliten lassen sich besonders schnelle und latenzarme Verbindungen realisieren. Die Starlink-Mutter SpaceX setzt große Hoffnungen darauf, sich die Frequenzen zu sichern, um künftige Mobilfunkdienste direkt und ohne den Umweg über lokale Telekommunikationspartner anzubieten. Das würde die traditionellen europäischen Netzbetreiber massiv unter Druck setzen.
Starlink habe seine Lobbyismus-Bemühungen verstärkt, schreibt Politico. In einem vertraulichen Papier warne SpaceX, dass die EU-Pläne europäische Verbraucher um zuverlässige Direktverbindungsdienste brächten und globale Signalstörungen verursachen könnten. Beobachter verweisen darauf, dass Starlink in Krisensituationen wie in der Ukraine oder bei Waldbränden in Frankreich und Spanien oft rasch Hilfe anbiete, um seine Relevanz zu demonstrieren. Experten wie Célestine Rabouam vom Französischen Institut für