// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
US-Staatsanleihen: Hohe Renditen und Chancen auf Kursgewinne
Die Renditen von US-Staatsanleihen sind so hoch wie seit 24 Jahren nicht mehr. 1981 folgte auf ein solches Hoch eine jahrzehntelange Kursrally am Anleihemarkt. Wiederholt sich die Geschichte?
Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Entwicklung an den Finanzmärkten: Am 30. September 1981 erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 15,84 Prozent ihren historischen Höchststand.
Danach begann eine Entwicklung, die fast vier Jahrzehnte andauerte: Die Renditen sanken über die Jahre, die Kurse bereits ausgegebener Anleihen stiegen. Anleger, die frühzeitig eingestiegen waren, profitierten von hohen Zinserträgen und erheblichen Kursgewinnen.
Dahinter steckt ein grundlegender Zusammenhang am Anleihemarkt: Sinken die Marktrenditen, gewinnen bereits ausgegebene Anleihen an Wert. Denn ihre fest vereinbarten Zinszahlungen sind im Vergleich zu neu ausgegebenen Papieren mit niedrigeren Zinsen attraktiver. Dadurch steigt ihr Marktwert. Eine längere Phase steigender Anleihekurse wird als Anleihe-Hausse bezeichnet.
45 Jahre später weckt die Entwicklung am US-Anleihemarkt Erinnerungen an damals. Anfang Oktober kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen zeitweise auf mehr als 5,3 Prozent - den höchsten Stand seit 2002. Stehen die Märkte vor einer neuen sogenannten Anleihe-Hausse? Oder führt der Vergleich mit 1981 in die Irre?
Auslöser des jüngsten Renditeschubs war der von US-Präsident Donald Trump initiierte Iran-Krieg. Hohe Ölpreise, Inflationssorgen und die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) treiben die Renditen.
Zugleich wächst der Kapitalbedarf in den USA. "Die ganzen KI-Unternehmen in den USA leihen sich jetzt Geld aus, um in Datenzentren zu investieren", sagt Edgar Walk, Chefökonom bei Metzler Asset Management, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. Mit ihren Unternehmensanleihen konkurrieren sie mit dem US-Staat um Investoren. Das kann die Renditen von Staatsanleihen zusätzlich nach oben treiben.
Marktbericht
15.09.2026
An den Finanzmärkten findet eine tiefgreifende Zinswende statt.
mehr
1981 waren die Voraussetzungen allerdings ganz andere. Damals kämpften die USA mit einer extrem hohen Inflation: Im September 1981 lagen die Verbraucherpreise elf Prozent über dem Vorjahresniveau.