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Sorge vor Reform - Was pflegende Angehörige heute schon leisten
Die Regierung hat heute eine Pflegekommission eingesetzt, die Vorschläge für eine Reform machen soll. Pflegende Angehörige verfolgen die Debatte mit großem Interesse. Ein Ehepaar gewährt einen Einblick in seinen Alltag.
"Hier waren wir auf dem Dach des Empire State Buildings in New York", erzählt Jutta Umsonst und vergrößert das Foto auf ihrem Tablet. Es zeigt ihren Mann Ulf und sie, Arm in Arm vor Hochhauskulisse und blauem Himmel.
Das Bild entstand im Urlaub im vergangenen Jahr. Seitdem hat sich für das Ehepaar aus Jugenheim in Rheinland-Pfalz vieles verändert: Der 71 Jahre alte Ulf wurde zum Pflegefall, die 66-jährige Jutta zur Vollzeitpflegerin.
Während der Osterfeiertage ist Ulf Umsonst plötzlich im Bad zusammengebrochen. Nach vielen Untersuchungen im Krankenhaus steht die Diagnose fest: Er leidet an Nierenkrebs mit Metastasen im Kopf. Die hatten angefangen zu bluten und verursachten Symptome wie bei einem Schlaganfall.
Nach zwei Operationen und langen Krankenhausaufenthalten kommt er als Pflegefall nach Hause - eine einschneidende Veränderung. "Für uns war einfach schlimm: donnerstags noch 80 Kilometer Fahrrad gefahren und samstags eigentlich todkrank", erinnert sich seine Frau zurück. Jetzt bestimmt die Pflege den Alltag des Ehepaars.
Die Kommission, die Reformvorschläge für die Pflege erarbeiten soll, wird erst nächste Woche eingesetzt.
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Ulf Umsonst lebt im Erdgeschoss des Hauses, denn Treppen kann er kaum noch laufen. Morgens hilft ihm seine Frau aus dem Bett. Mit einer Gehhilfe schafft er es ein paar Meter zu einem Stuhl. Dort wäscht Jutta Umsonst sein Gesicht mit einem Waschlappen, hilft ihm beim Zähneputzen. Selbst kleine Einkäufe müssen genau geplant werden.
Allein zu sein, ist für den Patienten eine Herausforderung. "Er hat Angst, dass ich nicht wiederkomme. Wir kommunizieren dann über Handy, er ruft auch während des Einkaufs an", berichtet seine Frau. "Das ist auch verständlich, weil wenn ich nicht wiederkommen würde - zum Beispiel durch einen Unfall - wäre er völlig hilflos."
Kommentar
30.09.2026
Die Pflegereform des Bundeskabinetts ist vor allem eine Vertagungsreform, meint Dietrich Karl Mäurer.
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