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Android: Neue Schutzfunktionen gegen Phishing, Fake-Anrufe und Betrug
von Carsten Knobloch
14. Okt. 2026 |
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Google rüstet Android und die hauseigene Nachrichten-App weiter gegen betrügerische Anrufe und Phishing-Versuche auf. Kriminelle setzen längst nicht mehr nur auf simple Spam-Nachrichten, sondern nutzen gefälschte Telefonnummern, KI-Stimmenklone oder langwierige Maschen über Chat-Dienste. Das ist also nicht immer nur "Hallo, das ist >PayPal.." mit der Stimme aus der Blechdose. Um dem entgegenzuwirken, rollen in den kommenden Wochen mehrere Neuerungen aus.
In Google Messages zieht ein neuer, optionaler Schutzmodus ein. Ist dieser aktiviert, greift die Betrugserkennung bei komplexeren Textverläufen von unbekannten Absendern auf größere Gemini-Modelle in der Cloud zurück. Die Datenverarbeitung läuft dabei laut Google verschlüsselt über Private AI Compute in einer isolierten Umgebung, sodass laut Google niemand Zugriff auf die Inhalte hat.
Direkt auf dem Gerät übernimmt Gemini Nano Echtzeit-Prüfungen für Web-Links, die ganz frisch registriert wurden und noch in keiner klassischen Phishing-Datenbank stehen. Zudem gibt es überarbeitete Warnhinweise vor dem Öffnen unbekannter Links, wenn der Absender nicht in euren Kontakten gespeichert ist.
Die Erkennung verdächtiger Chat-Nachrichten direkt in den Benachrichtigungen, die Google zuerst auf den Pixel-Smartphones eingeführt hatte, soll noch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern auf Geräten anderer Hersteller landen.
Wer seinen Bildschirm teilt, muss sich künftig weniger Sorgen um sensible Daten machen. Was in nativen Android-Apps bereits Standard war, greift nun auch in Chrome sowie WebViews: Login-Felder, Passwörter und Kreditkarteninformationen werden bei aktiven Übertragungen automatisch ausgeblendet.
Gleichzeitig schiebt Android stillen Anrufweiterleitungen einen Riegel vor. Kriminelle versuchen häufig, Weiterleitungen einzurichten, um SMS-Codes und Einmalpasswörter für Kontenübernahmen abzugreifen. Android blockiert Apps, die solche Weiterleitungen heimlich im Hintergrund aktivieren wollen, und warnt euch proaktiv, falls ein MMI-Steuercode über das Wähltastenfeld eingegeben wird.
Gegen sogenanntes Caller-ID-Spoofing, bei dem Anrufer mit gefälschter Rufnummer von Banken auftreten, arbeitet Google direkt mit Finanzinstituten zusammen. Das System gleicht eingehende Anrufe in Echtzeit mit den Apps der jeweiligen Bank ab. Stammt der Anruf nicht tatsächlich vom Institut oder wird eine Nummer genutzt, die ausschließlich für eingehende Kundengespräche gedacht ist, beendet Android das Gespräch automatisch und schlägt Alarm. Zu den Partnern gehören unter anderem Revolut (ja, genau jene) sowie mehrere Großbanken. Die neuen Funktionen werden in Wellen über die kommenden Wochen verteilt.
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