// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
In welchen Jobs Digitalisierung zu Stress führen kann
Zunehmende Digitalisierung kann die Gesundheit von Beschäftigten gefährden. Besonders stark von diesem Stress betroffen sind einer neuen Studie zufolge Menschen mit überwiegend körperlichen Tätigkeiten.
Wenn Beschäftigte durch die zunehmende Digitalisierung ihres Arbeitsplatzes unter gesundheitlichen Problemen leiden, bezeichnen Mediziner das als "Technostress". Eine Studie des Münchner ifo-Instituts, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Universität Konstanz hat diese Zusammenhänge näher untersucht.
Demnach macht mehr Digitalisierung vor allem diejenigen Beschäftigten häufiger krank, die überwiegend körperliche Tätigkeiten ausüben.
Junge Menschen haben zunehmend Probleme, Einstiegsjobs zu finden. Ein Grund: Künstliche Intelligenz.
mehr
Ein Beispiel liefert die Firma Strehl im niedersächsischen Bremervörde, die individuell angepasste Sitzhilfen für Kinder mit schweren Behinderungen fertigt. Dafür werden in der Firmen-Werkstatt Gipsmodelle hergestellt.
Früher mussten das seine Mitarbeiter noch eigenhändig machen, erinnert sich Gründer und Geschäftsführer Björn Strehl. "So ein nasses Gipsmodell wiegt auch schon mal 17 bis 20 Kilo. Schwerer Gips, nicht ganz ungiftiger Staub, und man muss sich stark konzentrieren", beschreibt er die körperliche Arbeit. Deshalb entschied das Unternehmen sich, für diese Modellarbeit einen Roboter anzuschaffen.
Doch die Umstellung auf digitale Robotertechnik fiel nicht jedem leicht. "Einen eingefleischten Handwerker werden Sie selten dafür begeistern können, auf einmal digital vor dem Bildschirm eine Form zu modellieren, um diese dann einer Maschine zu übergeben", so Strehl. "Und wenn man sich mit diesen Programmen nicht auskennt, dann kann es schon diesen berühmten Technostress geben."
Sind Roboter die Lösung, wo Arbeitskräfte knapp sind? Ein Hotel in Potsdam macht damit erste Erfahrungen.
mehr
Diesen Stress hat die aktuelle Studie unter Beteiligung des ifo-Instituts untersucht. Forschende verglichen zwei Gruppen miteinander: Beschäftigte mit Bürojobs und Beschäftigte mit überwiegend körperlicher Arbeit. Das Ergebnis: Menschen mit überwiegend geistiger Arbeit melden sich nicht häufiger krank, wenn komplexere Soft- und Hardwaresysteme im Arbeitsalltag Einzug halten.
Anders ist das bei Menschen, die einer körperlichen Arbeit nachgehen. Wer keinen klassischen Bürojob hat, fehlt der Studie zufolge rund 20 Prozent mehr Tage im Jahr nach der Einführung digitaler Technik wie beispielsweise Robotik oder vernetzter Maschinen.