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Ubuntu 26.10: Linux 7.3 und KI-Assistent im Gepäck
Das neue Ubuntu-Release enthält bereits Kernel Linux 7.3, obwohl dieser erst noch erscheint. Außerdem gibt es optional den KI-Assistenten Myna für den Desktop.
Canonical zeigt sich bei Ubuntu 26.10 wieder etwas experimentierfreudig. Die aktuelle Ausgabe der Linux-Distribution Ubuntu enthält nicht nur den Kernel in Version 7.3, sondern optional auch Vorschau auf einen KI-Assistenten. Der Kernel basiert allerdings noch auf dem Release-Kandidaten 7.3-rc6, da dessen finale Upstream-Version erst noch erscheint. Im Ubuntu-Release mit dem Codenamen „Stonking Stingray“ sind zudem einige althergebrachte Tools durch neue ersetzt worden. Das Wort „stonking“ ist übrigens britischer Slang für etwas besonders Großartiges.
Mit Myna hält das erste KI-Feature auf dem Ubuntu-Desktop Einzug: Es ermöglicht Spracheingabe über ein Sprachmodell, das auf dem eigenen System läuft und keine Internetverbindung benötigt. Derzeit ist es nur als Preview-Version nachinstallierbar, soll aber den Weg bereiten für die KI-Assistenz auf dem Desktop, die Canonical für das nächste LTS-Release plant. Letzteres steht fürs Frühjahr 2028 an.
An der technischen Ubuntu-Basis ändert sich so manches, denn die klassischen GNU-Coreutils – verantwortlich für Werkzeuge wie cp, rm und ls – hat Canonical nun komplett durch die in Rust geschriebenen uutils ersetzt. Schon Ubuntu 25.10 setzte darauf, aber bisher behielt Ubuntu unter anderem cp, mv und rm noch in der GNU-Fassung. Die uutils sollen sich genau wie die GNU-Tools verhalten, bei Bedarf lassen sich die GNU-Originale aber nachinstallieren. Paketsignaturen prüft APT jetzt mit Sequoia statt GPG, was quantenkryptografische Angriffsversuche abwehren soll. Außerdem ersetzt dbus-broker den bisherigen dbus-daemon, was Nutzer ebenfalls kaum bemerken dürften.
In der Ubuntu-Standardversion kommt als Desktop Gnome in der aktuellen Version 51 mit, über das wir bereits berichteten. Dadurch bekommen einige vorinstallierte Programme Komfortfeatures spendiert, außerdem soll Gnome unter Last flüssiger laufen; Barrierefreiheit und Remote-Desktop-Features wurden optimiert. Die TPM-basierte Festplattenverschlüsselung ist jetzt auch für ältere Geräte möglich, die über keinen Hardware Root of Trust verfügen. Canonical hat diese Funktion bereits auf Ubuntu 26.04.1 zurückportiert, sodass auch LTS-Nutzer davon profitieren.
Entfernt wurde die Unterstützung für sowieso obsolete WEP-WLANs und die EGLStreams-Schnittstelle, die ältere Nvidia-Treiber nutzten. Für Computer mit Qualcomm-Snapdragon-Prozessoren steht eine neue Preview-Version bereit. Laut Release Notes macht Linux 7.3 auf bestimmten Snapdragon-X2-Elite-Notebooks allerdings noch Probleme mit der Tastatur. Im App Center lassen sich nun proprietäre Treiber nachinstallieren, was seit der Abkündigung von „Anwendungen & Aktualisierungen“ mit 26.04 nicht mehr so komfortabel möglich war.
Für den Servereinsatz interessant sind neue Versionen von MySQL, Postfix und FreeRADIUS, Softwareentwickler dürfen sich auf erneuertes Python, Go, Rust und GCC freuen. Die systemd-Version 261 entfernt den systemd-sysv-generator, der bislang zur Laufzeit Dienste aus Init-Skripten des Vorgängers System V erzeugte.
Als Zwischenrelease wird Ubuntu 26.10 knappe neun Monate mit Updates versorgt. Es richtet sich an Anwender, die neue Features früh testen wollen oder mit besonders aktueller Hardware arbeiten.
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