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Bundeswehr: Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens in Weißenfels
Nach Berichten über sexuelles Fehlverhalten bei der Bundeswehr in Sachsen-Anhalt kündigt das Verteidigungsministerium Konsequenzen an. Doch wie tief sitzt das Problem in der Truppe wirklich?
Zu Details im konkreten Fall will sich der Sprecher des Verteidigungsministeriums öffentlich nicht äußern. Göran Swistek verweist auf den Datenschutz - und auf die laufenden internen Ermittlungen beim Sanitätsregiment 1 in Weißenfels.
Es geht um sexualisiertes Fehlverhalten und wohl auch um Drogenmissbrauch. "Wir nehmen diese Vorwürfe äußerst ernst und verfolgen hier eine klare Null-Toleranz-Linie", erklärt Swistek.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde dies konsequent geahndet, betont auch Verteidigungsminister Boris Pistorius am Rande seines Besuchs auf Kreta. Bereits jetzt soll einigen Beschuldigten verboten worden sein, die Kaserne zu betreten und ihren Dienst auszuüben.
"Wir werden alles tun, um jeden Täter dingfest zu machen und gleichzeitig die Betroffenen besser zu schützen", verspricht der SPD-Politiker.
Eine Liste aus dem Verteidigungsministerium gibt Aufschluss über Verdachtsfälle von sexualisiertem Fehlverhalten innerhalb der Bundeswehr.
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Erst vor wenigen Wochen hatte Generalinspekteur Carsten Breuer die Truppe aufgerufen, sexualisiertes Fehlverhalten nicht zu tolerieren. Darunter fallen anzügliche Sprüche ebenso wie unerwünschte Annäherungen und gewaltsame Übergriffe.
Dass mehr Fälle von sexualisiertem Fehlverhalten gemeldet werden, sieht nicht nur Breuer mit großer Sorge. Auch der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Henning Otte, der als parlamentarischer Anwalt der Soldatinnen und Soldaten fungiert, mahnt einmal mehr weitere restriktive und präventive Maßnahmen an.
Bereits im März hatte er in seinem Jahresbericht festgehalten, dass die Rechtsgrundlage zwar klar sei. "Wie Null-Toleranz für sexualisiertes Fehlverhalten aber gelebt wird, hat immer noch viel mit dem Klima in den einzelnen Einheiten und damit auch mit Führungskultur zu tun."
Analyse
14.01.2026