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Bluesky bohrt KI-Tool „Attie“ auf – und bewirbt das lieber auf X
Seit dem Frühjahr bietet Bluesky ein KI-Tool an, das soll jetzt mehr können als Feeds bauen. Der Dienst bewirbt das lieber nicht bei der eigenen Nutzerschaft.
Der Kurznachrichtendienst Bluesky hat den bei der eigenen Nutzerschaft extrem unbeliebten KI-Assistenten „Attie“ aufgebohrt: Per „Vibe-Coding“ sollen sich damit jetzt Spiele, Websites oder kleine interaktive Anwendungen programmieren lassen. Das haben die Verantwortlichen des Kurznachrichtendiensts am Donnerstag auf einer Konferenz in San Francisco bekannt gegeben. Interessanterweise hat Bluesky das nicht auf der eigenen Plattform bekannt gegeben, wohl aber der beim Konkurrenten X. „Atties“ Konto steht bei Bluesky auf der Liste der am meisten blockierten Accounts auf Platz 2, unbeliebter sind lediglich die Kurznachrichten von US-Vizepräsident JD Vance. „Attie“ landet damit sogar vor dem Weißen Haus und der US-Polizeibehörde ICE.
Bluesky hat „Attie“ im Frühjahr vorgestellt, der Dienst war ursprünglich für die Erstellung eigener Feeds gedacht. Schon damals hieß es aber, dass Nutzerinnen und Nutzer damit später eigene Social-Apps per Vibe Coding entwickeln und Werkzeuge für andere bereitstellen können sollen. „Attie“ sollte ein Gegenentwurf zu gängigen KI-Strategien großer Plattformen sein, bei denen es letztlich darum gehe, möglichst viele Trainingsdaten zu bekommen. Das Werkzeug von Bluesky sollte demgegenüber Nutzern mehr Kontrolle erlauben, hieß es damals. Die Ausweitung des Funktionsumfangs bewerben die Verantwortlichen jetzt mit einem Klon des Kult-Handyspiels „Flappy Bird“ und einem Social Quiz. „Attie“ befindet sich derweil weiter in einer geschlossenen Beta, es gibt eine Warteliste.
Der Verzicht auf Eigenwerbung dürfte einen Grund haben: Auf Bluesky ist grundsätzliche Kritik an KI weitverbreitet, und die Vorstellung von „Attie“ löste eine Welle der Ablehnung aus. In der Folge wurde der zugehörige Bluesky-Account von mehr als 150.000 Konten blockiert. In der Liste der 20 meistgeblockten Konten finden sich ansonsten primär Accounts der von Donald Trump geführten US-Regierung. Geteilt wurde die Ankündigung dagegen vom offiziellen Bluesky-Account auf X, wo Bluesky vor knapp einem Jahr noch über die Einführung von KI-Funktionen in Software gelästert hat. Für welches Publikum „Attie“ damit eigentlich gedacht ist, bleibt also unklar.
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